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#trustthegirls. Design. Emanzipiert.

Von Vorreiterinnen der Moderne wie Charlotte Perriand und Greta Magnusson Grossman über Multitalente wie Patricia Urquiola, Inga Sempé oder Lucie Koldova – Design von und für Frauen ist einfach gut. Zum Weltfrauentag zeigen wir die spannendsten Entwürfe, die auch bei uns im Kosmos erhältlich sind.

Greta Magnusson Grossmann in ihrem Atelier.


DIE VORREITERINNEN

Die Designwelt ist bis heute ein von Männern dominiertes Feld. Zum Weltfrauentag präsentiert stilwerk deshalb starkes Design von und für starke Frauen. Los geht es mit den Pionierinnen der Moderne. Eileen Gray, Charlotte Perriand und Greta Magnusson Grossmann: So unterschiedlich ihre Lebenswege waren, eines haben sie gemeinsam: Sie kreierten Ikonen des modernen Produktdesigns.


EILEEN GRAY: E.1027 ADJUSTABLE TABLE & TEPPICHKUNST

Sie war Kettenraucherin, liebte das Reisen und hatte neben ihrem großen Talent genügend finanzielle Freiheit, die ihr Unabhängigkeit und kreative Eigenwilligkeit innerhalb einer Männerdomäne ermöglichte. Die Architektin, Künstlerin und Designerin Eileen Gray ist heute vor allem aufgrund ihrer bahnbrechenden Möbel berühmt. Weniger bekannt dagegen sind ihre Teppiche mit abstrakten Motiven.


1878 in Irland geboren, reiste Eileen Gray 1900 zum ersten Mal nach Paris. 1902 besuchte sie hier die Weltausstellung und entschloss sich dazu, ihr in London begonnenes Malereistudium am École Colarossi sowie an der Académie Julian fortzuführen. Ab 1910 wandte Eileen Gray sich von der Malerei dem Design zu und begann aufwendige Lackmöbeln zu entwerfen – inspiriert von der Art Nouveau und dem Japonismus zur Jahrhundertwende. Ihre abstrakten Teppichdesigns sind stark vom russischen Konstruktivismus und der niederländischen Künstlergruppe De Stijl beeinflusst. Die Wolle dafür kam aus der Auvergne und wurde in Paris gefärbt. Hergestellt wurden sie von der Pariser Werkstatt 'Evelyn Wyld“. Bis in die 1940er Jahre gestaltete Eileen Gray dann schließlich die Designs, für die sie heute wohl am bekanntesten ist. Darunter Stahlrohrmöbel wie den „Bibendum“-Sessel (1926), den „E 1027 Adjustable Table“ (1927), den „Bonaparte“-Sessel (1935) oder das „Day Bed“ (1935).


Heute werden neben ihren Möbelklassikern wie dem „E.1027 Adjustable Table“ aber glücklicherweise auch eine Auswahl der Teppichentwürfe von Eileen Gray von ClassiCon (autorisiert von The Wolrd Licence Holder Aram Designs Ltd.) hergestellt. Erhältlich bei lomann[s] interior design im stilwerk Düsseldorf.


Oben v.l.n.r.: Teppich Faubourg, E.1027 Adjustable Table, Sessel Bibendum, Sofa Monte Carlo, Foto: Elias Hassos / Eileen Gray, Copyright National Museum of Ireland

Unten v.l.n.r.: Teppich Cassis, E.1027 Adjustable Table in schwarz, Foto: Elias Hassos / Teppich De Stijl, Beistelltisch Occasional Table, Leuchte Plissee, Sessel Bibendum, Foto: Elias Hassos

Alles von ClassiCon / www.classicon.com



GRETA MAGNUSSON GROSSMANN: GRÄSHOPPA

Greta Magnusson Grossmann entwarf 1947 die formvollendete Leuchte „Gräshoppa“. Während heute ihr Name recht wenigen bekannt ist, war die gebürtige Schwedin nach ihrer Emigration in die USA die Einrichterin der Stars. Hollywoodlegenden wie Ingrid Bergmann, Greta Garbo und Frank Sinatra vertrauten der kreativen Europäerin blind.

Bereits in den dreißiger Jahren gehörte Grossman zur Design-Elite Skandinaviens. Mit ihrem „Studio“, das eine Mischung aus Atelier, Shop und Werkstatt war, machte sie sich einen Namen und erhielt als erste Frau den wichtigsten Designpreis Schwedens. Während des Zweiten Weltkriegs emigrierte sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Billy Grossman, einem Jazzmusiker jüdischer Herkunft, über Japan in die USA und wurde stilprägend für die kalifornische Moderne. Ihr Store am beliebten Rodeo Drive in Beverly Hills, in dem sie skandinavisches Design präsentierte, gehörte zu den besten Adressen der Stadt.

Nach dem Tod ihres Mannes Ende der sechziger Jahre zog sich Grossman aus der Designbranche zurück und geriet in Vergessenheit. Noch heute ist ihr Name in vielen Designenzyklopädien nicht zu finden. Dank Evan Snyderman, einem amerikanischen Galeristen, kam es jedoch Ender der neunziger Jahre zu einem Comeback. Durch Zufall entdeckte er einen Schreibtisch von Grossman und war sofort hin und weg und ebnete damit den Weg Grossmans zurück in die Wohnräume. Die dänische Marke Gubi produziert seit 2011 drei Leuchtenentwürfe der Schwedin. Darunter auch den ikonischen Grashüpfer, der in seiner fragilen Eleganz äußerst bildhaft daherkommt. 


© Fotos Gräshoppa Gubi


Gräshoppa im stilwerk: Entdecken Sie Greta Magnusson Grossmans Werk auch bei P.Art1 Einrichtung im stilwerk Düsseldorf.


CHARLOTTE PERRIAND: LC SERIES

Charlotte Perriand, 1903 in Paris geboren, studierte Innenarchitektur an der Union Centrale des Arts Décoratifs in Paris, bricht jedoch mit dem traditionellen Kunstgewerbe und beginnt Möbel zu entwerfen. 1928 folgte Perriand der Einladung von Le Corbusier  in seinem Studio zu arbeiten. Inspiriert von den Bauhaus-Ikonen Marcel Breuer und Ludwig Mies van der Rohe entsteht hier Ende der 1920er Jahre die legendäre Sitzmöbelkollektion „LC“ in Zusammenarbeit mit Le Corbusier und dessen Cousin Pierre Jeanneret.


In den 1940er Jahren reiste sie als Beraterin für Kunst und Kunsthandwerk des japanischen Ministeriums für Handel und Industrie nach Japan und verbrachte dort und in Indochina insgesamt sechs Jahre. Die dort gesammelten Erfahrungen mit dem fernöstlichen Minimalismus sollten ihre weitere Arbeit als Designerin nachhaltig prägen.

Die Künstlerin und Architektin arbeitete bis ins hohe Alter schier unermüdlich: Noch 1993 wurde ein von ihr gestalteter Teepavillon der Unesco in Paris eröffnet. Mit 94 Jahren entwarf sie ihren letzten Tisch aus Holz und Stahl, mit 95 erschien ihr autobiografisches Werk „Une vie de création".


Oben v.l.n.r.: Portrait Charlotte Perriand / Sessel Indochine

Unten: LC4 Chaiselongue // Alles von Cassina, © Produktfotos: Cassina


Die Produkte von Gray und Cassina sind beim Einrichtungshaus Bartels im stilwerk Düsseldorf erhältlich.



PROTAGONISTINNEN HEUTE

Noch immer ist die Branche weit entfernt von absoluter Gleichberechtigung - zu sehr dominieren die männlichen Kollegen weiterhin in der öffentlichen Wahrnehmung und werden mit Preisen dekoriert - aber: In den letzten Jahrzehnten hat sich einiges getan und immer mehr Frauen werden mit ihrer Arbeit auch in der Designbranche sichtbar. Ein paar davon stellen wir jetzt vor. Mit ihren Designs, die auch bei uns zu finden sind.


PATRICIA URQUIOLA

Als wohnliches Gesamtkunstwerk mit femininer Handschrift lassen sich die Arbeiten von Patrica Urquiola beschreiben. Die Designerin ist so Teil einer jungen Frauengeneration, die sich ambitioniert und selbstbewusst in einer noch immer männerdominierten Designwelt behauptet. äußerst erfolgreich: Urquiola wurde mehrfach zur Designerin des Jahres von ELLE Deco, dem Wallpaper Magazine, der A&W Architektur & Wohnen u.a. gewählt.


1961 in Oviedo geboren, absolviert sie zunächst 1979 ein Architekturstudium an der Faculdad de Arquitectura de Madrid bei den portugiesischen Architekten Alvaro Siza und am Polytechnikum in Mailand bei dem berühmten italienischen Designer Achille Castiglioni, bei dem sie auch promoviert. 1991 entwirft sie ihr erstes Möbelstück und leitet bis 1996 die Produktentwicklung von De Padova. Im Anschluss spezialisiert sich die Designerin im Bereich Inneneinrichtung auf Showrooms und Restaurants. Für die berühmte Liege "Antibodi", die sie für Moroso designt, erhält sie den „International Design Award“ von ELLE Deco. Sie arbeitete für bekannte Firmen, wie B&B Italia, Driade, Molteni, Moroso, Foscarini SRL und Hansgrohe/Axor oder Kartell. Seit 2015 ist Urquiola Kreativdirektorin von Cassina. Neben neuen Designs für die Marken, wie zum Beispiel das Sofa "Sengu Bold" oder den Outdoortisch "Trampoline Table", zeichnet sich die Spanierin für die ganzheitliche Gestaltung der Marke verantwortlich.

Das Sofa "Sengu Bold" für Cassina (© Cassina), gefolgt von Tisch "Trampoline Table (© Cassina), Jelly für Kartell, Comeback für Kartell (© Kartell), Portrait von Patricia Urquiola.


Cassina ist beim Einrichtungshaus Bartels im stilwerk Düsseldorf erhältlich. Die Möbel von Kartell bei Kartell im stilwerk Düsseldorf und bei Wohnart im stilwerk Hamburg. Die Armaturkollektion für Axor könnt ihr im stilwerk Hamburg bei Axor - the Water Studio finden.



INGA SEMPÉ

Mit Feinsinn und Gespür für Funktionalität machte sich Inga Sempé vor allem als Leuchten-Designerin einen Namen. Die Interieur-Branche buhlt um die Französin. Doch Inga Sempé hält sich gern bedeckt. Alles, was sie zum Glücksflow braucht: Papier, Stift und eine Runde Tennis.



Produktfotos Ruché © Ligne Roset, Portrait Inga Sempé © Claire Lavabre


Für Ligne Roset entwarf die Französin RUCHÉ: Sofa und Sessel der Serie fallen mit ihrer ungewöhnlichen Form sofort ins Auge . Der gesteppte Stoff legt sich wie eine Decke über das feine und geradlinige Holzgestell: Strenge und Weichheit kommen hier gekonnt zusammen. Inspiriert zu diesem Design haben Sempé die klassischen Hollywoodschaukeln, die ebenfalls besonders leicht daherkommen. Ein wenig Luft und wenig Material finden sich dann auch bei RUCHÉ wieder.


RUCHÉ ist bei Ligne Roset im stilwerk Düsseldorf oder Hamburg erhältlich.



BRETZ: PAULINE JUNGLAS & CAROLIN KUTZERA

Bei Bretz wird Female Empowerment gelebt: Carolin Kutzera, Tochter von Firmengründer Norbert Bretz, leitet heute gemeinsam mit Hartmut Bretz, Onkel von Kutzera und Mitgründer des Familienunternehmens, die Möbelmanufaktur. Zuvor war Kutzera Kreativdirektorin von Bretz und entwarf echte Charaktere wie "Mathilda" und "Ohlinda". Das neueste Mitglied im Sofateam ist "Poolside" - gestaltet vom neuen Head of Kreativteam Pauline Junglas. In einem Interview mit Schöner Wohnen antwortete Junglas auf die Frage "Was macht gutes Design aus":


Gutes Design soll glücklich machen! Die Objekte müssen konsistent sein und ihre eigene Geschichte erzählen können. Dabei gibt es unglaublich viele Ausdrucksformen von guter Gestaltung.

Die Sofaträume von Bretz schaffen genau das: Sie machen glücklich, erzählen ihre ganz eigene Geschichte und eröffnen phantastisch-sinnliche Designwelten. Für Individualist:innen und Wohn-Freigeister.


"Ohlinda" von Carolin Kutzera, Portrait Carolin Kutzera, Sofa "Poolside" von Pauline Junglas, Portrait Pauline Junglas, © Bretz


Erhätlich bei Bretz im stilwerk Düsseldorf und Hamburg.


KOLDOVA UND WILLMANN

Lucie Koldova und Hanne Willmann haben mehr gemeinsam als nur ihr Geschlecht: Mit "Celine" und "Nana" haben beide Designerinnen sehr besondere Sessel für die Freifrau Manufaktur entworfen.

Hanne Willmann gilt als Designerin der Stunde: In ihrem Berliner Studio kreiert sie außergewöhnliche Möbel, die klar, reduziert, falst skulptural daherkommen. "Nana" ist so ein Design: Weiche, voluminöse Wolkenfragmente dienten als Inspiration für diesen unheimlich gemütlichen Sessel.


Oben: Nana von Freifrau und Hanne Willmann, © Freifrau

Unten: Lucie Koldova, © Everbay / Celine für Freifrau, © Freifrau


Von Prag nach Paris und wieder zurück: Die tschechische Designerin Lucie Koldova hat es geschafft und entwirft für Marken wie Lasvit, Brokis, Team 7 oder Freifrau Manufaktur. Dabei ist sie vor allem bekannt für ihre ungewöhnliche Lichtdesigns aus Glas, die sie gemeinsam mit der tschechischen Manufaktur Brokis kreiert. Seit einigen Jahren hat sie ihr Portfolio jedoch erweitert und gestaltet auch anderes Möbelstücke, darunter auch "Celine" für Freifrau und "Elliot" für Team 7. "Celine" - ein zierlicher Cocktailsessel, der von der Modewelt inspiriert ist und mit einem opulenten Faltenwurf daherkommt. "Elliot" ist ein kompakter Loungesessel, der gekonnt Holz und Stoff kombiniert und sein wesenhaftes Äußeres zum gemütlichen Ruhemoment anbietet.


"Nana" und "Celine" von Freifrau Manufaktur sind bei lomann[s] by janua + freifrau im stilwerk Düsseldorf erhältlich. "Elliot" von Team 7 könnt ihr bei Team 7 im stilwerk Düsseldorf probesitzen.



NOCH MEHR STARKE DESIGNS VON STARKEN FRAUEN


Bild 1: Bett Noa von Eva Harlou für Auping, © Auping, erhältlich bei Auping im stilwerk Hamburg

Bild 2-4: Sessel Bun von Federica Biasi für Wittmann, © Wittmann, erhältlich bei Wittmann im concept:space im stilwerk Hamburg

Bild 5-7 Leuchten Rabbit und Horse Lamp: FRONT für moooi, © moooi, erhältlich bei lomann[s] interior design im stilwerk Düsseldorf

Bild 8 Leuchten von Clasetta, © Clasetta, erhältlich im concept:space im stilwerk Hamburg




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