89 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche
- In der Rushour der Ästhetik
Sie gilt als eine der wichtigsten Gestalterinnen in den Niederlanden. Renommierte Marken wie Magis, Cappellini und Iittala sind ihre Kunden. Doch Ineke Hans ist nicht nur an schönem Design interessiert. Als Designerin, Künstlerin, Visionärin und Professorin pendelt sie zwischen ihren Studios in Arnheim, London und Berlin. Was sie antreibt? Innovative Materialien, spannende Produktionstechniken und die Zukunft des Designs. Willkommen, in der Rushhour der Ästhetik! Interview: Silke Roth Ineke Hans, wie würden Sie ihren Job beschreiben? Ineke Hans: Ich bin Produktdesignerin. Aber um ehrlich zu sein, ist die Bezeichnung nicht ganz passend. Der Schwerpunkt meiner Arbeit war immer das Designen von Möbeln und Produkten. Das können Stühle sein, die im Spritzgussverfahren hergestellt werden, bis hin zu Objekten aus mundgeblasenem Glas. Sowohl für den öffentlichen als auch privaten Raum oder für soziale Projekte. Doch in den letzten Jahren wurde die Frage „Was brauchen wir noch wirklich in unserer Welt, wo wir doch soviel von allem haben?“ immer präsenter. 2016 habe ich ein neues Projekt gestartet, das sich „Salon“ nennt. Es beschäftigt sich mit der Zukunft von Produkten und Designern. Im Grunde genommen Diskussionsrunden, die ich in meinem Studio im Osten Londons führte und spannende Debattierabende, die im Victoria & Albert Museum stattgefunden haben. Hat sich Ihre Arbeit dadurch verändert? I.H.: Oh ja, der Fokus hat sich gedreht und meine Inspirationswelten verändert. Ich veranstalte nun kritische Design-Ausstellungen und sehe die Welt von Produkt- und Industrie-Designern unter anderen Aspekten – auch negativen. Ich bin heute interessierter und involvierter in Produkttypologien, die mit der Zukunft des Wohnens zusammenhängen. Außerdem habe ich vor zwei Jahren eine Professur an der Universität der Künste in Berlin begonnen. Ich unterrichte dort Design & Social Context, eine sehr spannende Aufgabe. Klingt nach wenig Work-Life-Balance. Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei Ihnen aus? I.H.: Ooh˘… (lacht) Eine schwierige Frage. Jeder Tag ist anders. Ich reise viel für Messen, zu Kunden oder einfach, weil ich eingeladen bin, Vorträge zu halten. Es gibt Tage, an denen ich nur schreibe, organisiere und Emails beantworte. Dann wiederrum Tage, an denen ich neue Designs erarbeite oder mit Technologien und Materialien experimentiere. Ich habe ein Studio in London, letzten Sommer bin ich nach Berlin gezogen. Dort bin ich auf mich allein gestellt, pflege aber trotzdem täglich den engen Kontakt zu meinen Assistenten in Arnheim. Haben Sie so etwas wie Hobbys? I.H.: Nicht wirklich. Ehrlich gesagt: Ich liebe es zu arbeiten. Ich vergesse an manchen Tagen im Studio sogar das Mittagessen. Wo arbeiten Sie am liebsten? I.H.: In meinem Homeoffice. Ich hasse steife Richtlinien und Formalitäten. Wie sehen Ihre Studios aus? I.H.: Mein Berliner Atelier ist noch eine Baustelle und braucht dringend ein paar handwerkliche Arbeiten. Es ist viel kleiner und einsamer als das Studio in London. Man würde es „low key“ kennen, aber dadurch bin ich gezwungen, mich zu fokussieren und werde nicht abgelenkt. Ein wichtiger Punkt für mich! Mein Studio in Holland ist sehr groß. Ich schätze, 480 Quadratmeter, mit einer großen Werkstatt, in der ich Metall und Holz bearbeiten kann. Um ehrlich zu sein, sieht es dort ein wenig aus wie auf einem Trödelmarkt. Alle möglichen Objekte, an denen ich arbeite, die ich interessant finde oder einfach nur Sachen, die gelagert werden müssen, sammeln sich dort an. Ob Sie nun in Arnheim oder Berlin kreativ sind – wie arbeiten Sie? I.H.: Ich sehe mir grundsätzlich immer das Verhalten von Menschen an, welche Anforderungen sich daraus ergeben und welche Notwendigkeiten es in ihrem Lebensraum gibt. Büros haben sich verändert. Durch flexible Arbeitszeiten sind Möbel nicht mehr das Wichtigste, und viele verlegen ihren Schreibtisch nach Hause. Sofas und einfaches Mobiliar für Meetings sind viel gefragter als komplexe Gesamtlösungen für große Flächen. Spannend finde ich auch, dass die junge Generation viel weniger an Besitz interessiert ist. Sie wohnen lieber in kleinen Häusern, integrieren dafür Smartlösungen in ihren Haushalt und bestellen online. Das sind alles Faktoren, die meine Arbeit beeinflussen und die ich berücksichtige. Ich arbeite selbst gern mit Technologien und Produktionsmethoden, die noch nicht gängig sind. An was tüfteln Sie gerade? I.H.: Wir haben soeben ein Interieur-Projekt in Amsterdam fertiggestellt. Ein Sitzungssaal mit neuen Stühlen. Dort haben wir versucht, diesem sehr klassischen, bestuhlten Raum einen anderen Look zu geben. Es ist eine völlig neue Art von Stuhl und ich bin sehr gespannt, wie sie ankommt. Ich hoffe, wir können die Entwürfe bald mit einer schwedischen Manufaktur umsetzen. Welche Verantwortungen tragen Designer in Zukunft? I.H.: Wir können es uns nicht mehr leisten, nur neue Dinge zu produzieren; wir sind Teil der Produktionskette und müssen Prioritäten setzen. Als Problemlöser sind wir sehr gut, aber anstatt unsere Energie darauf zu verschwenden, immer neue, noch trendigere Dinge zu entwerfen, sollten wir unseren Fokus auf Inhalte und Projekte setzen. Nachhaltiger designen, viel mehr reflektieren und den Impact auf die Gesellschaft abwägen. Und natürlich Produkte schaffen, die wirklich Sinn machen. So etwas beim Kunden durchzusetzen, dürfte unsere schwierigste Aufgabe sein. Blick ins Studio von Ineke Hans | Portrait Ineke Hans © Lennard Heijer Das Interview führte Silke Roth und erschien erstmals im stilwerk Magazin "Inspiring Spaces" 2020.
- Happy Sleep
Guter Schlaf ist wichtig – lasst euch also am besten von einem unserer Schlafexpert:innen aus dem stilwerk bei einem kostenlosen Beratungsgespräch zum eigenen Traumbett verhelfen. Formale Raffinesse bieten die Modelle bei Ligne Roset oder bei Wittmann. Extravagante Charaktere stehen bei BRETZ bereit. Einzigartiger Boxspringkomfort erwartet Sie Savoir Beds. Auping Plaza hat neben Boxspringbetten auch leichtere Bettsysteme und Smart Home-Integrationen im Programm. Ergonomie auf höchstem Niveau, natürliche Materialien und minimalistische Modelle hat bettundraum parat….aber stöbern Sie jetzt einfach selbst und vereinbaren Sie einen Beratungstermin mit einem unserer Expert:innen im stilwerk Hamburg & Düsseldorf. Auping Plaza Hamburg Seit mehr als 130 Jahren steht Auping für individuelle Betten für individuelle Menschen. Die Grundlage bildet dabei eine Unterfederung mit über 10.000 Unterstützungspunkten für die optimale Verteilung des Körperdrucks. Gemeinsam mit den Schlafexperten bei Auping Plaza im stilwerk Hamburg wird auf dieser Basis Ihr Traumbett auf Ihre Anforderungen und Wünsche hin personalisiert. Neben Bettsystemen und Neuheiten wie dem Bett „Noa", Matratzen und Toppern finden Sie hier auch die passende Bettwäsche. Auping legt außerdem großen Wert auf Nachhaltigkeit, zertifiziert durch Cradle-to-Cradle, und geht in Sachen Smart Home-Lösungen als Branchenvorreiter voran. Jetzt Beratungstermin anfragen › BoConcept Hamburg & Düsseldorf Lækker Dansk Design: Ob Schlafsofa oder luxuriöses Doppelbett - bei BoConcept bringen auch die Betten den lässigen Scandi-Chic mit und garantieren wohltuende Nachtruhe. Das Modell Arlington lädt mit extrahohem, weichen Kopfteil auch zum aufrechten Ruhen ein, sehr schlicht und reduziert kommt dagegen Lugano daher: Im minimalistischen Look mit geradlinigem Holzrahmen bringt das Bett nicht nur Ruhe in den Raum. BRETZ Hamburg & Düsseldorf True Characters. Das ist der Slogan der deutschen Polstermöbelmanufaktur BRETZ. Aber es geht nicht nur um die beeindruckenden Designs, wie das fast schwebende Bett „CLOUD 7" oder das modulare Bettsystem „CREOLE” (links unten), dessen Wandpaneele auch losgelöst vom Bettkasten als Dekoration dienen können. Im Fokus steht vielmehr tiefer, gesunder Schlaf und dafür setzt BRETZ auf beste Qualität bei Matratzen, Taschenfederkernen und Schäumen. Für das gewisse Extra, den Charakter sozusagen, sorgen unzählige Individualisierungsoptionen in Komfort und Gestaltung. Neuestes Mitglied ist übrigens "BALAAO" - ganz ohne Ecken und Kanten, mit runden Bällen, die wie Seifenblasen aneinanderkleben. Kurzum, bei BRETZ im stilwerk Hamburg und Düsseldorf werden Träume wahr. Jetzt Beratungstermin anfragen › bettundraum Hamburg Bei bettundraum im stilwerk Hamburg stehen nachhaltige Produktion, hochwertige Naturmaterialien und umfassende Beratung in Sachen Ergonomie, Schlafklima und Komfort im Mittelpunkt. Als Grundlage – im wahrsten Sinne des Wortes – dient dabei immer das passende Schlafsystem. Hier arbeitet bettundraum mit dem Schweizer Hersteller Hüsler Nest, der neben erstklassigen ergonomischen Schlafsystemen auch Bettgestelle wie das scheinbar schwebenden „Nido", Naturmatratzen sowie Zudecken und Kissen aus Naturmaterialien wie Bambus anbietet. Daneben präsentiert der Store die 2021 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnete Marke ZEITRAUM mit ihren zeitgemäßen Massivholzbetten. Hier neu im Programm: das elegante „Eclair". Ein weiteres Highlight im Sortiment ist der minimalistische Gestellklassiker „Gugelot" von habit. Bettwäsche, Kleinmöbel, Leuchten und Accessoires fürs Schlafzimmer runden das Angebot ab. Finden Sie gemeinsam mit den Expert:innen von bettundraum Ihr perfektes Schlafsystem für gesunden und erholsamen Schlaf. Jetzt Beratungstermin anfragen › Wittmann Hamburg Die österreichische Traditionsmarke Wittmann steht für klassische Designs mit reduziert zeitloser Linienführung, hochwertige Materialien und echte Handwerkskunst. Auch beim Thema Schlaf macht Wittmann keine Kompromisse, sondern setzt mit modularen Bettsystemen und aktuellen Hightlights wie dem „Wings"-Bett von Jaime Hayon oder dem „Joyce Cushion"-Bett von Soda Designers auf die Individualisierung nach Ihrem persönlichen Komfortempfinden. Die Expert:innen im concept:space im stilwerk Hamburg unterstützen bei der Wahl von Bettbasen, Einsätzen, Matratzen, Kopfhäuptern und Bezugsstoffen für Ihr Traumbett. Abgerundet wird das Angebot hier außerdem mit den luxuriösen Bettwäsche von SPIRIT OF THE NOMAD. Jetzt Beratungstermin anfragen › Ligne Roset Hamburg & Düsseldorf Mit einem Bett von Ligne Roset zaubern Sie einen Hauch französisches Savoir Vivre in Ihr Schlafzimmer. Das Traditionsunternehmen legt großen Wert auf beste Materialien und handwerkliche Meisterklasse – gestalterisch umgesetzt in modern-eleganter Form und nach Entwürfen von Designikonen wie Ronan und Erwan Bouroullec, Inga Sempé oder Pierre Paulin. Die Inneneinrichter:innen von Ligne Roset im stilwerk Hamburg unterstützen bei der Zusammenstellung Ihres individuellen Traumbetts und geben Ihrem Schlafzimmer mit passenden Kleinmöbeln, Leuchten und Accessoires aus einer Hand den letzten Schliff. Jetzt Beratungstermin anfragen › Team 7 Düsseldorf Entspannter Schlafen: Ein Experte für Bettsysteme und Möbel aus unbehandeltem Naturholz ist TEAM 7. Die Manufaktur aus Österreich hat sich weltweit als Pionier für ökologische Möbeleinen Namen gemacht und gehört zu den führenden Anbietern von nachhaltigen Einrichtungskonzepten. „Wenn es um erholsamen Schlaf geht, nimmt das Bett eine zentrale Rolle ein“, erklärt Dr. Georg Emprechtinger, Inhaber und Geschäftsführervon TEAM 7. „Nach unserer ‚Treelogy of Sleep’ kommt es insgesamt auf drei Dinge an: ein metallfreies, solide gearbeitetes Bett aus naturbelassenem Holz, ein ergonomisch hochwertiges Innenleben und natürliche Materialien – auch beim Zubehör. Diese Voraussetzungen erfüllen alle unsere Naturholzbetten.“ Die Möbel von TEAM 7 bieten damit beste Voraussetzungen für erstklassigen Schlafgenuss und zeigen zudem Holz in seiner schönsten Form. Verpackt in preisgekröntes Design, offenporig mit reinem Naturöl behandelt, behält das charismatische Naturmaterial all seine hervorragenden Eigenschaften: Es ist frei von Schadstoffen, atmet, nimmt Feuchtigkeit auf und sorgt so für ein gesundes Raumklima. Jetzt Beratungstermin anfragen › Savoir Beds Düsseldorf Legendärer Luxus aus London: Die britische Bettenmanufaktur Savoir Beds bietet besten Komfort made in UK. Die Geschichte der Marke begann im frühen 20. Jahrhundert mit einer Suche - einer Suche nach dem perfekten Bett für das legendäre Savoy Hotel, das 1889 eröffnete. Lady D'oyly Carte - Ehefrau des Hotelgründers - ließ ein Boxspringbett der Extraklasse entwickeln. 1905 feierte das Savoir No.2 Premiere und wurde zur Ikone der Savoy Betten. Seitdem durften schon Winston Churchill, Giacomo Puccini oder Marilyn Monroe dessen luxuriösen Komfort genießen. In den Manufakturen von Savoir Beds in England und Wales wird Handarbeit auch heute noch großgeschrieben. Das Klopfen und Hämmern der Meister gehört genauso zum Alltag wie der Einsatz von luxuriösesten Materialien bis ins kleinste Detail. Rosshaar, Kaschmir, Schurwolle, Buchenholz und die extrahohen Taschenfedern im Boxspring sorgen für den legendären Komfort. Heute sind vier Modelle im Angebot, für deren Herstellung zwischen 30 und 120 Arbeitsstunden benötigt werden – je nach individuellen Anforderungen des Kunden. Denn bei Savoir Beds werden Körperform und eigene Vorlieben berücksichtigt. Vom Einteilen der Matratze in diverse Zonen, die dann mit unterschiedlich starken Federn ausgestattet werden, bis zur unbegrenzten Auswahl an Stoffen – jedes Bett ist ein Unikat und wird vom eigenen Bettenbauer gefertigt. Jetzt Beratungstermin anfragen › Raumakzente + Ausstattung Düsseldorf Was beim guten Schlaf noch hilft? Guter Stoff. Die richtige Adresse hierfür ist unser Store "Raumakzente + Ausstattung". Hochwertige Dekorationsstoffe von Kavadrat, Chrisitan Fischbacher, Kinast uvm. helfen beim gemütlichen Einschlummern. Jetzt Beratungstermin anfragen ›
- "Design ist eine gute Geldanlage."
In was sollte man investieren? Lohnt sich Kunst noch – oder setzt man auf Kryptowährung und Design? Cheyenne Westphal ist die deutsche Chairwomen beim renommierten Londoner Auktionshaus Phillips. Im stilwerk-Interview erzählt sie vom Wandel der Branche und wie Investment in schöne Dinge heute funktioniert. © Monika Hoefler Interview: Silke Roth stilwerk: Was passiert bei einem der größten Auktionshäuser, wenn plötzlich die Welt stillsteht? Cheyenne Westphal: Zuerst war es ein großer Schock. Aber wir konnten uns schnell neu orientieren. Seit 2014 haben wir die Strategie „digital first“, unsere Online-Plattformen waren also schon hervorragend ausgebaut. Aber wir mussten uns fragen: Wie können wir Auktionen Sammlern näherbringen, die einfach nicht kommen können? Wir haben uns noch tiefer in unsere Käufer hineingedacht. Von der Art und Weise, wie wir die Objekte fotografiert und gefilmt haben, bis zur Präsentation und Videoproduktion der Auktionen. stilwerk: Was ist daraus entstanden? C.W.: Beispielsweise virtuelle Rundgänge in Galerien, die voll mit Bildern gehängt waren, aber ohne Kunden. Das Live-Streaming einer Auktion kam auch dazu. Hier mussten wir etwas entwickeln, an dem Kunden aktiv teilnehmen können, und alles musste genauso spannend sein wie eine analoge Auktion. Anstatt 200 Gästen im Saal, 30 Telefonleitungen und ein paar Online-Bietern haben wir jetzt eine völlig neue Situation: eine Mischung digitaler Präsenz und Live-Streaming – viel versierter als vor der Pandemie. Vor Jahren haben wir schon eine App entwickelt, damit beim Mitbieten keiner am PC hängen muss. Diese Freiheit beim Kaufen ist die Zukunft. stilwerk: Verjüngt sich mit dieser Veränderung die angestaubte Auktionswelt? C.W.: Man muss es im großen Ganzen sehen. Technische Innovationen transformieren die Kunstwelt und damit auch die Käuferschaft. Die nächste Generation steht bereit. Besonders in Asien ist der Zuwachs an jungen Käufern am stärksten. Dort gehen 34 Prozent unserer globalen Verkäufe hin. Die junge Generation beeinflusst also deutlich den Kunstgeschmack. Diesen Kunden reicht es nicht mehr, nur einen Katalog zum Durchblättern zu bekommen, sie möchten etwas erleben. Hier fließen gerade unsere ganze Kreativität hinein. stilwerk: Viele Künstler setzen ihre Werke mittlerweile nur noch im digitalen Raum um. Glauben Sie an den Hype von Kryptowährung & Co.? C.W.: Was wir sehen, ist ein Medium, das sehr ernstgenommen wird. Wir haben auch unsere ersten NFTS – Non-Fungible Tokens – angeboten und sehr viel gelernt. Positiv und spannend, aber man muss genau hinschauen, woher das Geld kommt. So eine Währung kann man nicht von irgendjemandem annehmen. Doch es gibt viele Sammler in der Kryptowelt, die wir gar nicht kannten. Sie agieren allein im digitalen Raum. Darunter gibt es Käufer, denen das digitale Wallet auf dem Handy weit wichtiger ist, als eine Kunstsammlung an der Wand hängen zu haben. Unser erstes NFT war vom kanadischen Künstler Matt Dog Jones, ein großes Talent der aufkommenden Krypto-Art. Das Werk nannte er „Replicator“. Im Grunde ein digitales Bild – sehr farbenfroh und cartoonartig, mit einer alten Kopiermaschine im Mittelpunkt. Wer dieses NFT besitzt, kauft mehrere Generationen, sprich Versionen des Bildes mit. Es verändert sich regelmäßig, wie Duplikate beim Kopieren. Wir haben es schließlich für 4,1 Millionen US-Dollar verkauft. Was für ein Erfolg! Die ganze Art-Szene will gerade herausfinden, was hinter dem Hype um Tokens und Coins steckt, aber als Auktionshaus dürfen wir unseren Kuratoren-Instinkt nicht verlieren. stilwerk: Können Kunstwerke uns helfen, die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen? C.W.: Alle Künste, auch die Literatur, die Architektur, Mode oder Musik werden in der Gesellschaft immer eine wichtige Rolle spielen. Wir stehen jetzt natürlich vor gewaltigen Aufgaben und brauchen auch in der Kunst das Beste vom Besten. Wir müssen sehr drastische Lösungen für unsere Welt finden, und es wird immer Kunst geben, die sich damit auseinandersetzt. Aber wie genau die Zukunft aussieht, weiß ich natürlich auch nicht. stilwerk: Sie kuratieren nicht nur Kunst, sondern auch Design. Wie entwickelt sich hier der Markt? C.W.: Der Markt für Design hat sich unheimlich entfaltet. Design fängt bei uns so richtig in den 40er- und 50er-Jahren an. Hauptaugenmerk sind aber die 60er-Jahre aus Italien und Skandinavien, von unserem US-Standort kommen amerikanische Ikonen dazu. Zusammen mit ein paar jüngeren Design-Objekten entwickelt sich so ein spannender Mix für Sammler. Wir haben gespürt, dass das Bedürfnis, mit gutem Design zu leben, sich wahnsinnig verstärkt hat. Mittlerweile ist Design auch eine erschwingliche Geldanlage. Man kann mit einem Design-Objekt wunderbar 20 Jahre leben und es dann mit riesigem Zugewinn verkaufen. Es lohnt sich wirklich, hier zu investieren! Oben vl.n.r.: Isamu Noguchi | "The Goodyear Table" for A. Conger Goodyear, Old Westbury, New York | 1939 | Auktion New York, 16.12.2014, verkauft für $ 4.450.500 // Jean Prouvé | "Direction" armchair, manufactured by Les Ateliers Jean Prouvé and editioned by Steph Simon | ca. 1951 | Auktion New York 9.06.2021, verkauft für $ 176.400 // Jean Dunand | Set of three nesting tables | ca. 1925 | Auktion London 19.06.2020, verkauft für $ 200.000 // Unten v.l.n.r.: Gio Ponti | Prototyp "Mariposa" Sofa, designed für XI Milan Triennale | ca. 1957 | Auktion London 12.11.2020, verkauft für $ 252.000 // Eileen Grey | The Maharaja of Indor'es "Transat" chair, vom Manik Bagh Palace | 1930 | Autkion New York 16.12.2014, verkauft für $ 1.538.500 // Hans J. Wegner | Early "Architect's desk", model No. JH571 | designed 1953, produziert ca. 1955 | Auktion Hong Kong 26.11.2018, verkauft für $ 350.000 // Alle Bilder © Philipps stilwerk: Ist es schwerer ein Designobjekt zu verkaufen als ein Kunstwerk? C.W.: Nein, viel leichter. Design ist preislich günstiger. Objekte unter 20.000 Euro verkaufen wir an Einzelbieter mit großer Sammelleidenschaft. Ein Besteck etwa von Gio Ponti aus den 60er-Jahren wollen 20 bis 30 Personen haben. Es gibt aber auch ganze Länder, die aktiv sammeln, um eine Ausstellung für eine Institution zusammenzustellen. In den Mittleren Osten und nach Asien verkaufen wir unsere besten und begehrtesten Design-Stücke. stilwerk: Welche Design-Objekte sind aktuell besonders gefragt? C.W: Es wird viel für das Haus gekauft – Stühle, Sessel, Lampen jeder Art, Sofas, Esstische. Keramikarbeiten bekannten Künstler sind sehr trendy. Viele Kunden verlieben sich schon im Onlinekatalog in die Stücke. Steigert Patina den Wert von Objekten oder verringert sie ihn? C.W: Es kommt auf die Patina an. Bei einem Stück, das sehr viel erlebt hat und repariert worden ist, verringert sich der Wert natürlich. Bei Holzmöbeln ist es wichtig, darauf zu achten, dass alles intakt ist und nichts ausgewechselt wurde. Expertise spielt dabei eine große Rolle, deshalb ist unser Herzstück das Lagerhaus. Alles wird hier inspiziert und durchleuchtet. Patina ist dann gewünscht, wenn ein Stück etwa aus den 60er-Jahren kommt und noch den Originalbezug hat, auch wenn der Stoff vielleicht etwas schäbig aussieht. Es gibt Sammler, die diesen Bezug unbedingt haben wollen und einen neuen drüberlegen. So bleibt das Original weiter intakt. Patina und Alterserscheinungen sind in einem bestimmten Rahmen sehr gern gesehen (lacht). stilwerk: In was würden Sie heute investieren? C.W: In junge Kunst oder junges Design. Design hat längst einen Kunstanspruch. Im Londoner Designmuseum oder dem Musée des Arts Décoratifs in Paris werden Design-Ikonen als Kunstobjekte des 20. und 21. Jahrhundert gezeigt. Und dieser Anspruch wird ganz sicher weiterwachsen. stilwerk: Was ist ihr liebstes Designobjekt im Alltag? C.W.: Ich bin ein großer Design-Fan, sitze gerade auf meinem kalifornischen „T-Chair“ und an einem Esstisch von Milo Baughman. Beides amerikanische Mid Century-Stücke aus den 60er- und 70er-Jahren. Über mir hängt eine „Uchiwa“-Fächerlampe von Ingo Maurer, einem deutschen Industriedesigner, den ich sehr schätze, der aber leider vor zwei Jahren verstorben ist. Ich besitze aber auch dänische Stühle und Sessel. Wenn ich mir etwas Besonderes kaufen möchte, stöbere ich gern bei Design-Auktionen. stilwerk: Dürfen Sie bei Phillips überhaupt mitbieten? C.W: Ein Glück, ja! Ich gehe immer durch die Ausstellung und würde mir gern so viel im Bereich Design selbst kaufen, aber ich muss mein Gebot vorher abgeben und darf nicht live bieten. Ich muss Ihnen aber ganz ehrlich sagen, dass ich bei Phillips noch nichts erstanden habe, weil derart gute Preise erzielt werden, dass ich weg war. Fünfmal habe ich erfolglos versucht, einen Schreibtisch zu kaufen ... – aber ich bleibe dran! Das Interview führte Silke Roth im Rahmen unseres Magazins "Comeback", das im Herbst 2021 erschienen ist.
- Was macht die Kunst?
Pandemie, Digitalisierung, Globalisierung – auch die Kunstwelt befindet sich in einem stetigen Wandel. Was sind die neuen Strömungen? Und was der Auftrag der Kunst in der der heutigen Gesellschaft? Unser Experte Hidde van Seggelen, Vorstandsvorsitzender der Stiftung und Kunstmesse TEFAF, setzt uns ins Bild. © TEFAF Interview: Bettina Krause stilwerk: Herr van Seggelen, was macht die TEFAF so besonders? Hidde van Seggelen: TEFAF steht für „The European Fine Art Fair“. Wir sind eine Stiftung und wurden 1988 als ein Zusammenschluss von Kunsthändler*innen gegründet, die damals gemeinsam eine Messe in Maastricht veranstaltet haben. Bis heute kommen auf der Messe Kunsthändler*innen aus ganz Europa zusammen, aber auch aus New York. Die Veranstaltung organisieren die teilnehmenden Galerien selbst. Besonders ist, dass sowohl alte Meister, antike Möbel, Skulpturen, chinesische Kunst, und afrikanische Kunst, aber auch zeitgenössische Werke gezeigt werden. Auf keiner anderen Messe der Welt kommen rund 7000 Jahre Kunstgeschichte zusammen! stilwerk: Doch sie tun noch mehr für die Kunst, nicht wahr? HvS.: Ja, wir unterstützen darüber hinaus die Forschung ebenso wie die Restaurierung von Museums-Objekten. Es ist wesentlich, dass gerade junge Menschen den historischen und gesellschaftlichen Wert der Kunst kennenlernen und verstehen – dafür muss sie in einem guten Zustand bewahrt werden. stilwerk: Welche Veränderungen und Trends beobachten Sie derzeit in der Kunstwelt? HvS.: Wir erleben seit vielen Jahren eine Liberalisierung der Kapitalmärkte, zum anderen verbreitet sich ein großes Wissen über die Kunst auf der ganzen Welt. Das hängt auch mit der Zugänglichkeit von Informationen zusammen. Wir beobachten bei Sammlern zunehmend das Cross-Collecting – sie interessieren sich also für verschiedene Perioden und Disziplinen. Zudem wurden in den letzten 20 Jahren weltweit unzählige Museen neu gegründet, das ist eine riesige Entwicklung. Menschen wollen ihr Wissen über und durch die Kunstgeschichte vertiefen. Da sind das Internet und die Digitalisierung sehr hilfreich. Was die Digitalisierung aber nicht bietet, ist das unvergleichliche Gefühl, ein Objekt in der Hand zu halten. Darum denke ich, dass Messen weiterhin unfassbar wichtig sind. stilwerk: Wie beurteilen Sie die Digitalisierung der Kunst, inklusive NFTs? HvS.: Ich sehe da Parallelen zur Entwicklung des Buchdrucks. Plötzlich konnten sich Informationen viel schneller verbreiten als zuvor, Menschen konnten ihre Meinung öffentlich machen und streuen – genauso wie heute in der digitalen Welt. NFTs und digitale Kunst brauchen jedoch eine qualitative Einordnung, ob sie relevant sind. Das können wir heute oft noch nicht wissen, sondern erst in der Retrospektive beurteilen. stilwerk: Können Kunstwerke uns helfen, die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen? HvS.: Alle Künste, auch die Literatur, die Architektur, Mode oder Musik werden in der Gesellschaft immer eine wichtige Rolle spielen. Wir stehen jetzt natürlich vor gewaltigen Aufgaben und brauchen auch in der Kunst das Beste vom Besten. Wir müssen sehr drastische Lösungen für unsere Welt finden, und es wird immer Kunst geben, die sich damit auseinandersetzt. Aber wie genau die Zukunft aussieht, weiß ich natürlich auch nicht. stilwerk: Welchen Einfluss hat die Kunst auf die Gesellschaft? HvS.: Sie hat einen riesigen Einfluss, das hatte sie immer. Das sehen wir auch aktuell im Krieg gegen die Ukraine. Kulturgüter und Museen sind essenziell für die Identität eines Landes. Menschen brauchen so etwas wie Identität. Zudem ist Kunst auch eine Form von Freiheit. stilwerk: Welche Werke begeistert Sie persönlich am meisten? HvS.: Mich begeistert ein Kunstwerk, wenn ich das Gefühl habe, dass ich mehr darüber erfahren möchte. Ich bin immer neugierig, was dahinter steckt – bei zeitgenössischer Kunst genauso wie bei 2000 Jahre alten Objekten. Mich interessiert die Geschichte dahinter, das Verhältnis vom Künstler zur Gesellschaft und zu seiner oder ihrer Zeit, der Kontext also. Kleine Arbeiten auf Papier können dann genauso interessant sein wie ein riesiges Ölgemälde. Ich bin sicher, dass es immer Menschen geben wird, die den Drang haben, Kunst zu schaffen. Die einfach etwas schaffen müssen, das andere Menschen begeistert. Das Interview führte Bettina Krause im Rahmen unseres Magazins "ReFraming", das im Herbst 2022 erschienen ist.
- Sale: RAINS & POET
Vom 9. bis 14. Dezember laden RAINS und POET Audio zum vorweihachtlichen Sale Event ins stilwerk Hamburg ein. Es erwarten euch bis zu 70 Prozent Rabatt. Vom 9. bis 14. Dezember laden euch RAINS und POET zum exklusiven Sale von Musterwaren und Ausstellungsstücken ins stilwerk Hamburg ein. Täglich von 10 bis 19 Uhr und am 14. Dezember von 10 bis 16 Uhr könnt ihr richtig sparen: Bis zu 70 Prozent auf RAINS Produkte und ebenso attraktive Rabatte auf Ausstellungsstücke der österreichischen Lautsprechermanufaktur POET. Merkt euch den Termin unbedingt vor und teilt ihn gerne mit Family & Friends. WANN? 09.-14. Dezember 2024 10-19 Uhr Wichtig: am 14.12. endet der Sale um 16 Uhr WO? stilwerk Hamburg Große Elbstraße 68 22767 Hamburg forum, 7. OG ÜBER RAINS RAINS ist eine Lifestyle-Marke für Outerwear. Die Kollektionen vereinen einen konzeptionell-funktionalen Designansatz, eine starke urbane Inspiration und eine charakteristische Materialidentität. Die beschichteten, wasserdichten Stoffe sind inspiriert von RAINS' erstem Design – einer modernen Neuinterpretation des klassischen Gummiregenmantels. Mit seiner neo-skandinavischen Ästhetik, unisex Kollektionen und einer immer wieder überraschenden Auswahl begeistert RAINS Kund:innen auf vier Kontinenten. ÜBER POET AUDIO POET Audio steht für kompromisslose Klangqualität und zeitloses Design, handgefertigt im Herzen Österreichs. Mit innovativer Technologie und höchster Präzision schaffen wir Lautsprechersysteme, die Musik nicht nur hörbar, sondern spürbar machen. Kabellos, elegant und so simpel wie brillant – POET Audio bringt puren Sound in dein Leben.




