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- stil kollektiv
Flowers, Food & Ceramics on stage: stilwerk x Aroma Collective x We Are Studio Studio x Studio Other Vase. Diesen Sommer zu Gast im stilwerk Hamburg: Aroma Collective, We Are Studio Studio und Studio Other Vase. Die drei Kreativstudios inszenieren das stilwerk Foyer und schaffen ein besonderes Erlebnis, das Handwerk, Kunst und Genuss gekonnt miteinander verwebt - a multisensual scenery aus Food, Keramik und Flowers. Be our guests. Seid unsere Gäste. Den Start machen Aroma Collective und We Are Studio Studio: Vom 18. Juli bis 10. August zeigt Ini Neumann ihre handgefertigten Keramik-Unikate. Mit ihren klaren Formen und natürlichen Farben sind die Stücke echte Alleskönner und funktionieren sowohl im Alltag als auch zu besonderen Anlässen ganz wunderbar. Unser absoluter Favorit: Die Eisschälchen, die den kühlen Snack noch versüßen. Selbstverständlich könnt ihr die wunderschönen Stücke auch direkt bei uns kaufen. Zur Eröffnung der Inszenierung laden wir am 18. Juli zum after werk ein. Hier belebt Aroma Collective die Kreationen von We Are Studio Studio mit einer außergewöhnlichen Foodinstallation, die alles andere als im typischen Catering Gewand daherkommt. Echtes Handwerk in kreativer Kollaboration eben. Im Anschluss schmückt vom 12. bis 31. August Floral Artist Marleen Wrage - das Gesicht hinter Studio Other Vase - das Foyer vom stilwerk Hamburg mit ihren einzigartigen Blumeninszenierungen. Dabei experimentiert sie mit Form und Textur und kreiert eine ortspezifische Installation, die in Interaktion zu ausgewählten Möbelstücken steht und das Foyer in ein ganzheitliches Kunstwerk verwandelt. Auch hier laden wir wieder zu einem after werk ein - der Termin wird bald hier bekannt gegeben. stil kollektiv flowers, food & ceramics on stage 18. Juli bis 31. August stilwerk x Aroma Collective x We Are Studio Studio x Studio Other Vase Große Elbstraße 68 22767 Hamburg Über die Artists Aroma Collective Das kreative Duo denkt Food neu und kreiert außergewöhnliche Inszenierungen, die die Grenzen zwischen Genuss und Kunst verschwimmen lassen. We Are Studio Studio Ini Neumann kreiert mit ihrem Studio We Are Studio Studio handgefertigte, keramische Unikate. Mit klaren Formen, natürlichen Farben und höchster Qualität schafft sie Stücke, die ebenso schön wie nachhaltig sind. Studio Other Vase studio other vase bringt Blumen in Form: Die zeitgenössischen Kreationen experimentieren mit Textur und Farbe und sind Dank ihres skulpturalen Designs echte Besonderheiten.
- CHILLAX
Holiday Season ahead: Wir zeigen euch Möbel zum Entspannen. Für Drinnen und Draußen. Für den Körper und für den Geist. Tagträumen leicht gemacht Auf diesen zwei ikonischen Daybeds verbringt ihr den Sommer quietschvergnügt und sehr entspannt. 1925 designte die Irin Eileen Gray das berühmte Daybed für ihr eigenes Haus an der Cote d’Azur, das so genannte Maison au Bord de Mer oder auch E1027 genannt. Der Entwurf des Daybeds ist dabei so raffiniert einfach, das er bis heute mit seiner klaren Schönheit überzeugt. Ein Solitär, der als Randfigur genauso wie mitten im Raum beeindruckt. Seit 2019 gibt es das Daybed bei ClassiCon auch mit schwarzem Rahmen und (die Menschen wachsen) in einer etwas größeren Variante. ClassiCon ist erhältlich bei lomann[s] interior designs in Düsseldorf Zum berühmten Sommerhaus von Eileen Gray legen wir euch übrigens eine Dokumentation von Beatrice Minger ans Herz, die in diesem Jahr erschienen ist. Auch ein Klassiker, ähnlich geradlinig und schön: Das Gugelot Daybed, das die Marke Habit in Anlehnung an das berühmte Bett, das Hans Gugelot gemeinsam mit Studierenden an der HFG Ulm entwickelte, herausgebracht hat. Damals innovativ: Die federnde Unterkonstruktion für Schaummatratzen. Gibt es bei BettundRaum im stilwerk Hamburg. Liegewiesen für drinnen Widmen wir uns den etwas geräumigeren Entspannungsoasen, die die Möbelwelt zu bieten hat. Bei einem wechselhaften Sommer wie diesem kann ein gemütliches Sofa ja schließlich nie schaden. Auch hier starten wir mit einem absoluten Klassiker der Designgeschichte: dem Togo. Passend zum blühenden Bunt draußen hat Ligne Roset nun in Kooperation mit Marie C Dorner den Klassiker im neuen Gewand namens “Floraly” aufgelegt. Sehr lieblich, sehr besonders. Auch ungemein relaxend: Das Sofa Murtoli von Christian Werner für Ligne Roset. Das Besondere am Design: die flexiblen Rückenpolster, die in unterschiedliche Positionen wandern können. Sowohl für drinnen als auch draußen in unseren Ligne Roset Stores in Düsseldorf und Hamburg erhältlich. A bigger splash: Das Sofa Pool Side von Bretz versetzt uns mit einem Augenzwinkern aufs Wasser, punktet dabei aber mit außergewöhnlichem Komfort und Mut zur skulpturalen Silhouette. Ausgezeichnet mit dem German Design Award und in unseren Bretz Stores in Düsseldorf und Hamburg erhältlich. Ähnlich opulent sind die Designs der italienischen Marke edra. Viel Platz braucht ihr allemal, dafür kommt der Luxuskomfort von selbst. Gibt es bei lomann[s] interior designs in Düsseldorf. Für alle, die es eine Spur weniger extravagant, aber dafür genauso stilsicher mögen, sind die skandinavischen Marken aus unserem Kosmos genau richtig. Bei BoConcept läuft aktuell noch der Sale Ekstraordinær, bei dem ihr auch 15 Prozent Rabatt bei einem Sofakauf bekommt. Sehr gemütlich: Das Modell “Salamanca”, das mit seinen übergroßen Proportionen Loungekomfort für die ganze Familie bietet. Erhältlich im stilwerk Düsseldorf und Hamburg . Bei Fasmas könnt ihr zwischen vielen Modellen wählen und genau die passende Größe für euch finden. Echte Handwerkskunst liefert die Marke Contur Einrichten. Aktuell mit einem Pop up Store von WohnArt im stilwerk Hamburg vertreten. Ein Hingucker ist beispielsweise das Sofa Contur Enna im Trendton Terracotta. Refresh Einen Sprung ins kühle Nass bildet den Abschluss dieser kurzen Entspannungskur: Bei den Badprofis Axor & Hansgrohe könnt ihr für drinnen und draußen eure eigenen Wellness-Oasen kreieren. Ein Jubiläum feiern dabei Axor und der Designer Philippe Starck: Seit 30 Jahren setzt diese kreative Kollaboration neue Maßstäbe im Sanitärbereich. 1994 stellte Starck nämlich die klassische Nasszelle dem Salon d´Eau gegenüber, wörtlich übersetzt das Wohnwasserzimmer. Dieses radikale Konzept veränderte das Bild des Badezimmers völlig. Erfrischende Baddesigns sind erhältlich bei Axor oder Hansgrohe im stilwerk Hamburg und bei Bäder Möller im stilwerk Düsseldorf. Viele weitere entspannende Designs, darunter natürlich auch den ikonischen Lounge Chair von Vitra, Sofas von freistil ROLF Benz oder anderen Brands findet ihr in unseren Stores in Düsseldorf und Hamburg.
- Heiter bis sonnig
Design für draußen. Mit den Temperaturen steigt auch die Lust, die Tage im Freien zu verbringen. Lasst euch inspirieren, wie ihr euren Garten oder Balkon in eine Sommeroase verwandeln könnt. Mit Designs von BoConcept, Houe, Gubi, Cassina, Ligne Roset, Markilux, Weishäupl uvm. Die spanische Marke Vondom bietet ein vielfältiges Portfolio an Outdoormöbeln an. Hier zu sehen: Die Serie MILOS von Jean-Marie Massaud. © Vondom Frühjahrsmüdigkeit adé: Die Outdoor Neuheiten in diesem Jahr machen Lust auf Draußen. Von skandinavischer Klarheit über französische Nonchalance bis zur niederländischen Farbenlust: Wir zeigen euch unsere Favoriten für Freigeister wie euch. SCANDI CHIC HOCH 5 Dass in Skandinavien gute Gestaltung Tradition hat, braucht wohl nicht weiter erwähnt zu werden. Dass dieses Gespür auch für draußen gilt, beweisen die Kollektionen von Audo Copenhagen, BoConcept, Gubi, Houe und Squarely Copenhagen allemal. Oben: Gubi goes al fresco: Hier die C-CHAIRS und Sofa und Sessel PACHA © Gubi | Unten: Pflanztopf DAIZA und Öllampe MEIRA von Audo Copenhagen © Audo Copenhagen Gubi goes al fresco: Absolute Wohnlichkeit innen wie außen, ohne Kompromisse. Das garantiert Gubi mit seiner Outdoor-Kollektion und lanciert dabei passenderweise Designs für draußen, die ursprünglich für drinnen kreiert wurden. Darunter: Sofa und Sessel der Serie PACHA, die Pierre Paulin bereits 1975 entworfen hat. Von Wolken inspiriert, sind diese niedrigen Loungemöbel absolute Gemütlichkeitsgaranten und bringen das Wohnzimmerfeeling ins Freie. Für die lange Tafel al fresco eignen sich die C-CHAIRS in Kombination mit dem Tisch ATMOSFERA. Die Stühle, die der französische Gestalter Marcel Gascoin ursprünglich 1947 designte, kommen nun in Teak daher und überzeugen mit ihrer geradlinigen Natürlichkeit. Für Holzfans mit Vintage-Faible eine absolute Empfehlung. Audo Copenhagen punktet mit Accessoires und setzt dabei auf schlichte Eleganz: Ob Pflanztopf DAIZA oder Öllampe MEIRA - mit Details zu überzeugen, klappt mit diesen Designs auf jeden Fall. Die Kollektionen von Gubi und Audo Copenhagen könnt ihr bei P.Art 1 Einrichtung im stilwerk Düsseldorf bestellen. Ganz neu: Cancún von BoConcept © BoConcept Wir bleiben in Dänemark und blicken doch gen Süden: Cancún heißt die neue Kollektion von BoConcept : Zeitlos und elegant kommen die stapelbaren Stühle daher und überzeugen mit ihrer filigranen Gestalt. Zwei Farben sind erhältlich: Das klassische BoConcept Aschgrau und das neue, frische Mattgrün. Mit komfortabler Polsterung und passendem Tisch kann Cancún zum Langzeitbegleiter für warme Zeiten werden. „Unser Hauptziel war es, ein Gartenmöbelset zu entwerfen, das vielseitig ist und auch über viele Stunden hinweg komfortabel bleibt. Das bedeutet: Keine scharfen Kanten! Alles fließt organisch, ist einladend und rund. Die Kollektion ist zudem beständig und auf eine lange Nutzungsdauer ausgelegt: Diese zeitlose Designs werden viele Jahre Freude bereiten.“ Georg Mortensen, Designer der Kollektion Cancún ist ab sofort in unseren BoConcept Stores im stilwerk Düsseldorf und Hamburg erhältlich. Outdoorspezialist HOUE ist bekannt für Design und Komfort auf höchstem Niveau zu bezahlbaren Preisen. Fast schon ein Klassiker der Marke ist die Serie CLICK, deren Streben sich farblich individuell gestalten lassen. Ganz neu im Portfolio ist die Tisch-Kollektion AVANTI, die modular in Größe für individuelle Bedürfnisse angepasst werden kann. Minimalistisch und ECO-zertifiziert. Oben: Stuhlserie CLICK in allen Farben, Liege MOLO ab sofort auch mit Rollen | Unten: Stühle NAMI und Tisch AVANTI als lange Tafel, Loungemöbel LEVEL 2 © HOUE Die gesamte Kollektion könnt ihr im HOUE Showroom im stilwerk Hamburg probewohnen. Pflanztöpfe der Serie GROW von Squarely Copenhagen, für drinnen und draußen © Squarely Copenhagen Nicht neu, aber ein wirklich gutes Accessoire für Balkon und Garten, sind die selbstbewässernden Pflanztöpfe von Squarely Copenhagen. Dank inkludiertem Wasserbehältnis und einem Schwammsystem muss hier nicht jeden Tag gegossen werden. Sehr praktisch. In drei verschiedenen Holztönen und unterschiedlichen Größen im concept:space in Hamburg oder über theagency erhältlich. VERY WOHNLICH Für eine große Portion Gemütlichkeit sind die Outdoor-Kollektionen von Ligne Roset, Wittmann, Freifrau oder Vondom sehr empfehlenswert: Sie verlegen das Wohnzimmer einfach samt Sofa nach draußen. Relax, just do it! Oben: Ligne Roset mit dem Sofa SAPARELLA und dem Sessel FIFTY © Ligne Roset SAPARELLA (Bild oben links) heißt das Outdoor-Sofa von Ligne Roset - wie den Indoorklassiker TOGO gestaltete Michel Ducaroy auch dieses modulare Möbelstück , das mit seiner bodennahen Knautschigkeit einen Sixties-Vibe versprüht. Etwas majestätischer kommt der Sessel FIFTY daher und spielt gekonnt mit Materialien: Der konstruktive Stahl trifft auf weiches Geflecht. Sehr umarmend. Sehr gemütlich. Erhältlich in unseren Ligne Roset Stores in Düsseldorf und Hamburg. Die spanische Marke Vondom weiß zu überraschen: Von futuristisch bis absolut wohnlich - so vielfältig ist die Kollektion, für die schon Designstars wie Marcel Wanders oder Karim Rashid entwarfen. Wir zeigen euch heute eher die wohnliche Fraktion: Darunter die Modelle TULUM und MILOS, gestaltet von Eugeni Quitlet bzw. Jean-Marie Massaud. Beides sehr voluminöse Sofadesigns, die etwas Platz benötigen, dann aber absolut überzeugen: TULUM mit geradlinigem Teakrahmen und klarer Polsterung, MILOS mit gerundeter Weichheit. Vondom ist erhältlich bei lomann[s] by Janua + Freifrau im stilwerk Düsseldorf. Oben: LEYASOL von Freifrau in verschiedenen Ausführungen © Freifrau | unten: PARADISE BIRD OUTDOOR von Wittmann © Wittmann Pure Eleganz und formale Raffinesse sind bei Wittmann und Freifrau zu finden. Die Outdoorvariante der Stuhlserie LEYASOL bietet vom Sofa bis zur Schaukel alles, was das Draußenherz begehrt, und das in Premium-Qualität. Die Kombination aus filigranem Rahmen und voluminöser Polsterung überzeugt auf den ersten Blick. Genauso wie die vielen Stofffarben und -texturen: Vom lieblichen Rosa bis zum neutralen Beige. Im letzten Jahr hat die Möbelmanufaktur Wittmann PARADISE BIRD OUTDOOR gelauncht. Statt mit Metallkäfig wie für drinnen, umhüllt sich der Paradiesvogel für draußen mit einem wetterbständigem Geflecht. Statt wegzufliegen möchten wir hier einfach nur sitzenbleiben. Die Wittmann Kollektion findet ihr bei uns im concept:space im stilwerk Hamburg und beim Einrichtungshaus Bartels im stilwerk Düsseldorf. FOREVER DRAUSSEN Für Sonnenschutz, Liegekomfort und Wellness sorgen Marken wie Weishäupl, Markilux, Draenert, Renson oder Maxxmora. Mit ihrer jahrelangen Expertise haben sie die Ganzheitlichkeit im Blick. Die Weishäupl Werkstätten blicken auf eine mehr als 50-jährige Tradition zurück und wie der Name verrät, sind die Produkte echte Handwerksarbeit aus der Manufaktur im bayerischen Stephanskirchen. Die Sonnenschirme sind so etwas wie das Aushängeschild der Marke und in diversen Form-, Farb- und Materialkombinationen erhältlich. Aber auch die Möbelkollektion ist vielseitig: Vom Stuhl bis zur Liege - hier ist alles für draußen gedacht und gemacht. Erhältlich bei lomann[s] interior design im stilwerk Düsseldorf. Oben: Outdoor Experte Weishäupl mit Möbel und Sonnenschirmen © Weishäupl | unten rechts: NOBILE von Draenert © Draenert Bei Draenert ist die Kollektion NOBILE neu: Designt von Gino Carollo ist dieser feine Stuhl sehr elegant und lädt dank softer Polsterung zu langen und geselligen Abenden im Freien ein. Erhältlich beim Einrichtungshaus Bartels im stilwerk Düsseldorf. Der Sonne entgegen: Mit den Systemen von Markilux , Renson und Maxxmora seid ihr gut geschützt. Von der Markise bis zum großräumigen Pavillon, hier ist Draußensein absolut gesund. Erhältlich bei Markilux , Maxxmora sowie im concept:space (Renson). Premium Sonnenschutz von Markilux © Markilux Daybed GLORIA und Sonnenschirm TUCCI von Maxxmora © Maxxmora Pavillon EARTH OASIS von Renson © Renson COLOUR BOOST Humor und gute Laune verbreiten die Designs von fatboy und Kartell : Ob Accessoire, Stuhl oder Sofa - der Mut zur Farbe macht Lust auf mehr. Ein Klassiker ist dabei natürlich der Sitzsack ORIGINAL von fatboy, der drinnen wir draußen zum absoluten Lieblings-Liegeknautsch-Sofa wird. Aber auch die OLOHA LED Schale mit Akkuleuchte ist ein echtes Highlight. Erhältlich bei Werther Wohnen im stilwerk Düsseldorf. Auch Kartell weiß mit Farbe und Form zu überzeugen. Der Klassiker hier: Der Stuhl MASTERS von Philippe Starck, der gleich drei Silhouetten von echten Ikonen kombiniert. Die „Serie 7“ von Arne Jacobsen, der „Tulip Armchair“ von Eero Saarinen und der „Eiffel Chair“ von Charles Eames. Die Serie HIRAY setzt auf Metall und outet sich mit seiner filigranen Gestalt als echtes Outdoor-Talent. Alle Designs von Kartell gibt es im Showroom im stilwerk Düsseldorf sowie bei WohnArt im stilwerk Hamburg. Sitzsack FATBOY, LED Schale OLOHA, ROCK 'N ROLL + ORIGINAL OUTDOOR und Bank TONI BANKSKI © fatboy Stuhl MASTERS und Stuhl HIRAY von Kartell © Kartell Auch ein guter Begleiter für draußen: der ACAPULCO CHAIR von Viva Mexico Chair. In 19 Farben erhältlich und in Handarbeit zu fairen Bedingungen in Mexico produziert. Jetzt bei uns im concept:space im stilwerk Hamburg. ACAPULCO CHAIR von Viva Mexico Chair © Viva Mexico Chair THE CLASSICS Beim Thema Outdoor dürfen die Klassiker von Vitra und Cassina natürlich nicht fehlen. Auch hier ist echte Wohnlichkeit im Freien oberstes Ziel und Designikonen, die einst für drinnen gestaltet wurden, ziehen kurzerhand ins Freie. Darunter Verner Pantons gleichnamiger Stuhl und die Eames Chairs von Vitra. Bei Cassina haben es auch Bauhaus-Ikonen von Le Corbusier und Gerrit Rietveld an die frische Luft geschafft. Ganz neu bei den Italienern: Der Tisch TRAMPOLINE von Patricia Urquiola - ein echtes Statement. Los geht's Dolce far niente. Die Produkte von Vitra findet ihr im stilwerk Düsseldorf bei P.art1 Einrichtung und beim Einrichtungshaus Bartels . Cassina ebenfalls beim Einrichtungshaus Bartels . Beide Stores sind im stilwerk Düsseldorf. Oben: PANTON CHAIR und EAMES CHAIRS von Vitra © Vitra | Mitte links: EAMES PLASTIC SIDE CHAIR von Vitra © Vitra, rechts: FAUTEUIL GRAND COMFORT MERIDIENNE OUTDOOR von Cassina © Cassina | Unten: UTRECHT XL Outdoor und TRAMPOLINE von Cassina © Cassina
- Hallo Dr. Wald
Ein Bad im Wald. Auf geht's, Bäume umarmen. Das Immunsystem freut sich. Foto: Michael Kran, Unsplash Text: Stephanie Neubert In Japan gehört Shirin Yoku – zu Deutsch: heilsames Waldbaden – offiziell zur Gesundheitsvorsorge für gestresste Großstädter. Die medizinische Wirkung von Kiefer und Co. auf Körper und Geist wird dort seit Jahrzehnten erforscht. Studien ergaben: Schon nach einer Stunde zwischen grünen Riesen und Vogelgezwitscher sinken nicht nur die Stresshormone im Körper, sondern auch Blutdruck und Pulsfrequenz. Wir werden ruhiger und entspannter, fühlen uns erfrischt und emotional stabiler. Darüber hinaus hat Waldbaden einen positiven Einfluss auf Schlaf und Immunsystem. Doch worin unterscheidet es sich von einem normalen Spaziergang ? Es geht darum, den Wald und sich selbst zu spüren – mit allen Sinnen, langsam und ohne konkretes Ziel. Die Schuhe ausziehen und den Boden spüren, die Augen schließen, der Umgebung lauschen, tief durchatmen. Diese für unsere Zufriedenheit so wichtige Verbindung mit der Natur ist uns schon lange verloren gegangen. Heute verbringen wir 90 Prozent unserer Lebenszeit in Gebäuden, in immer größer werdenden Städten. Hinzu kommt, dass wir mit einem noch nie dagewesenen Tempo dauerhaft reizüberflutet durchs Leben hetzen und unserem Gehirn keine Pausen gönnen. Im Wald legen wir unsere Rollen ab und können wieder wir selbst sein. Seit einiger Zeit ist der Trend auch in Deutschland angekommen, etwa im Kur- und Heilwald auf Usedom. Hier lernen Gäste, wie sie mit körperlichen oder meditativen Übungen den Wald als Therapiezentrum nutzen. Experten empfehlen dazu, die Natur grundsätzlich mehr in den Alltag zu integrieren. Also statt sich mittags teilnahmslos vor dem Computer ein Sandwich reinzuschieben, lieber raus in den Park gehen. Nur eine halbe Stunde am Tag kann die Selbstheilungskräfte enorm motivieren.
- Cooler Stoff
Mit Nadel und Faden lassen sich nicht nur brav Näharbeiten erledigen, sondern verwegen die Grenzen der Kunstwelt herausfordern. Hier kommen Künstler, die auf die Magie textiler Materialien setzen. Alexandra Kehayoglou weist mit ihrer Kunst eindrucksvoll auf die Folgen des Klimawandels hin. Foto: Mike Bink. Text: Bettina Krause Alexandra Kehayoglou: Wilde Wälder Alexandra Kehayoglous Arbeiten sind ein Aufruf gegen die Abholzung und Zerstörung unserer Waldgebiete. Die zum Teil riesigen Werke der 1981 in Buenos Aires geborenen Künstlerin, sind als Warnung vor dem Aussterben der Wildnis zu verstehen und als Kritik an einer Gesellschaft, die sich nicht ausreichend um die drastischen Klimaveränderungen kümmert. Gefertigt sind die textilen Arbeiten aus überschüssigen Materialien in mühsamer Handarbeit; der Entstehungsprozess ihrer Werke ist oft langwierig, erfordert körperliche Anstrengung und eine sehr präzise Technik. Mulyana: Knallbunte Korallen Mulyana ist bekannt für seine farbenfrohen, gehäkelten Korallenwelten und Figuren, die von den Fernsehsendungen seiner Jugend inspiriert sind. Die Werke des 1984 in Indonesien geborenen Künstlers scheinen kleine, wachsende Mikrokosmen zu bilden. In ihnen verbindet Muylana seine Liebe zum Häkeln mit Akribie und dem Wunsch, Geschichten zu erzählen. Seine farbenfrohen Installationen sind als Sinnbild für die globalen, sozialen und ökologischen Probleme unserer Zeit zu verstehen und sollen zu einer neuen Verantwortung gegenüber der Natur und zum gegenseitigen Respekt aller Menschen inspirieren. © Courtesy: Sapar Contemporary und der Künstler Gabriel Dawe: Umgarnt und erleuchtet Das sichtbare Lichtspektrum fasziniert den 1973 in Mexico City geborenen und in Dallas lebenden Künstler Gabriel Dawe. In seinen ortsspezifischen, oft temporär angelegten, großformatigen Arbeiten aus gefärbtem Nähgarn setzt sich der ausgebildete Grafikdesigner, der sich auch für Architektur und Mode begeistert, mit dem Phänomen Licht auseinander. „Plexus“ ist seine bisher bekannteste Serie, deren Name auf die im menschlichen Körper verlaufenden Nervenbahnen verweist. Schon als kleiner Junge interessierte sich Dawe für Handarbeiten – durfte sie aufgrund strenger Geschlechterrollen jedoch nicht erlernen. Heute stellt er mit seinem Werk die traditionelle Einordnung des Garns als Handwerksmaterial eindrucksvoll in Frage. Installation "Plexus" © Gabriel Dawe Nevin Aldağ: Vielfältiger Flickenteppich „Social Fabric“ heißen die Arbeiten der 1972 in der Türkei geborenen und in Berlin lebenden Performance- und Installationskünstlerin Nevin Aldağ. Das Handwerk in Form von Teppichen ist Zentrum der Serie, die verschiedene Textilien collagenartig vereint: geknüpfte Kelims und traditionelle Teppiche aus Schurwolle, Seide oder Sisal. In unterschiedlichen Techniken, mal in Handarbeit, mal als Massenware produziert, bilden die einzelnen Elemente ein Großes Ganzes. Die textilen Werke können als Analogie einer idealen, diversen Gesellschaft verstanden werden, in der jede und jeder gleichberechtigt ist. Faig Ahmed: Alles im Fluß Seine Kunst interpretiert altes Handwerk neu, setzt innovative, visuelle Impulse und dekonstruiert Traditionen ebenso wie Stereotypen: Der 1982 in Aserbaidschan geborene Faig Ahmed kreiert visuell verzerrte, verpixelte oder wie geschmolzen wirkende Orientteppiche in alt hergebrachten Webtechniken, Materialien und Farben und verpasst ihnen eine surrealistische, zeitgenössische Note. In seinen Webe-Arbeiten setzt sich Ahmed mit der Frage nach der Wahrnehmung von Wahrheit sowie der Erschaffung von Wahrheit auseinander.
- Dosenöffner für alle
Der Mensch im Zentrum jedes Entwurfs – das sollte eigentlich Gestaltungsprämisse sein. Der Alltag aber ist voll von Gegenständen, die schlicht daran vorbei entworfen wurden. Es sei denn, sie entstanden mithilfe des Human Centered Designs. Über ein Designprinzip, das auch Menschen mit Handicap das Leben erleichtert . Text: Manuel Almeida Vergara Fotos: Anice Hoachlander, Hoachlander Davis Fotography Eigentlich ist das ja gar nicht so schwer. „If it Needs a Sign, it’s Probably Bad Design“, steht hübsch gereimt auf der Webseite von Donald Norman – „wenn es ein Schild braucht, ist es vermutlich schlechtes Design“. Norman ist emeritierter Professor für Kognitionswissenschaften an der University of California und Professor für Informatik an der Northwestern University. Er schreibt Bücher, Essays und Kritiken zu gutem, genauso gern aber auch zu schlechtem Design. Und er hat schlicht keine Lust mehr, sich von unglücklich gestalteten Gegenständen den Tag verderben zu lassen. Ziehen sie hier, drücken sie dort, hier auf-, dort zuschrauben … – und trotzdem dreht und wendet der Nutzer immer wieder in die falsche Richtung. „Woher kommen meine Probleme mit Türen, Lichtschaltern und Wasserhähnen?“, fragte sich Donald Norman einst. „Während wir uns alle selbst die Schuld geben, bleibt die eigentliche Ursache – schlechtes Design – verborgen.“ Für ihn liegt der Schlüssel im Entwurfsprozess. Die Lösung: „Human Centered Design“ (HCD). Human Centered Design als eigener Terminus – das hört sich erstmal absurd an. Eben weil es so redundant klingt. Unsere Bedürfnisse ins Zentrum jedes Entwurfs zu stellen, sollte Gestaltungsprämisse sein. Der Alltag aber ist voll von Türen, die sich nicht öffnen lassen, Licht, das nicht an geht, Wasser, das zu heiß ist. Die kleinen Ärgernisse des Alltags mögen verkraftbar sein – große Planung sind sie aber nicht. Als Gegenprogramm ist Human Centered Design also in erster Linie nutzerorientierte Gestaltung. Als komplexes System knüpft es das Design an Solzialwissenschaften und Kulturtheorie. Einen wirklichen Konsens gibt es in der Branche nicht, in der Praxis wird HCD allerdings meist in die fünf Arbeitsschritte „Empathize“, „Define“, „Ideate“, „Prototype“ und „Test“ gegliedert. Forschungsmethoden, um tatsächliche Nutzerbedürfnisse zu identifizieren, sind genauso Teil des Entwurfsprozesses wie die kulturwissenschaftliche Reflexion. Das hört sich erstmal schwer nach Dieter Rams an. „Gestaltung ist Denkarbeit“, sagte der legendäre Industriedesigner einmal. Nur dass HCD eben nicht allein auf die Gedankenwelt des Gestalters vertraut, die Ideen von Designer oder Architekt sind diesem System lange nicht genug. Es geht vielmehr um partizipative Gestaltung, die sich über sämtliche Disziplinen hinweg skalieren lässt. Der Mensch als Adressat – sei es als Nutzer eines Dosenöffners oder als Bewohner eines neuen Stadtviertels – wird in den Gestaltungsprozess konsequent einbezogen. Besonders interessant wird diese Facette gerade dann, wenn die Bedürfnisse vielschichtig und anspruchsvoll sind. Lange bevor Human Centered Design als Schlagwort in Architekturbüros und Designstudios die Runde machte, wendete Seiichi Miyake das Prinzip der direkten Einbeziehung an. Akribisch studierte der Japaner Eigenschaften und Bedürfnisse eines blinden Freundes, bevor er 1965 sein Blindenleitsystem erfand. Nur zwei Jahre nach der Entwicklung wurde eine ganze Blindenschule in Okayama mit Miyakes Leitsystem ausgestattet, heute finden sich die Noppen und Rillen, die Menschen mit beeinträchtigter Sehkraft den Weg weisen, auf Bahnhöfen und in öffentlichen Gebäuden auf der ganzen Welt. Dabei wird Taubheit nicht als Behinderung begriffen - sondern als eine Kultur der vier anderen Sinne. HCD ist also letztlich ein Zugeständnis an die Vielfalt der Menschen. Eben weil es durch den Fokus auf verschiedene Lebensrealitäten die Individualität zum Ideal erhebt. Nach dem System des Human Centered Designs etwa wurden auch umfassende Renovierungsarbeiten an der Gallaudet University in Washington durchgeführt. Gaullaudet ist seit ihrer Gründung 1857 die einzige Universität, die sich ganzheitlich an gehörlose und gehörgeschädigte Studierende richtet. Bei vielen von ihnen kommen Probleme mit dem Sehen, mit der Mobilität oder Bewegungsfähigkeit hinzu. Zur Erarbeitung neuer Raumkonzepte gründete Hansel Bauman 2006 das „DeafSpace Project“. Gemeinsam mit einer möglichst diversen Gruppe Studierender entwickelte der Campus-Architekt Richtlinien, die „sozialräumliche Muster gehörloser Erfahrungswelten entschlüsseln“, wie er es etwas sperrig umschreibt. Entstanden ist letztlich ein Handbuch, nach dem alle weiteren baulichen Veränderungen und Erweiterungen an der Schule erarbeitet und umgesetzt werden. Lichtkonzepte und Bodenmaterialien, über die via Vibration mit den Studierenden kommuniziert werden können, sind genauso Teil des renovierten Studentenwohnheims wie harte Oberflächen, die Echos stärker zurückwerfen und so sehbeeinträchtigten Studierenden die Orientierung erleichtern. Gut gestaltete Rampen für Rollstuhlfahrer sind ohnehin in jedem Gebäude der Universität Standard, starke farbliche Kontraste und klare Raumkonzepte sollen alle Studierenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter intuitiv durch die Gebäude führen. Links: Drinnen und draußen: Einem umfassenden Handbuch folgend werden alle Renovierungsarbeiten an der Gallaudet University durchgeführt. / Rechts: Form und Förmlichkeit: Organische Linien bestimmen das Interieur. Die Einzigartigkeit des Menschen versteht Architekt Bauman denn auch nicht als Herausforderung, sondern als Chance, wenn er sagt: „ Hörgeschädigte stellen die Idee eines universellen Designs infrage – und antworten mit einem radikal inklusiven Gestaltungsprozess.“ Noch so ein sperriger Satz. Dabei geht es doch viel einfacher: „Gutes Design ist im Grunde viel schwerer zu erkennen als schlechtes Design“, sagte Donald Norman einmal. „Eben weil gutes Design unseren Bedürfnissen so sehr entspricht, dass es unsichtbar wird.“ Links: Hören und Handeln: Harte Oberflächen werfen Echos stärker zurück und erleichtern Hörgeschädigten so die Orientierung. / Rechts: Leben und Lernen: Einige Vorlesungsräume und das Studierendenwohnheim folgen dem Human Centered Design. Auch der preisgekrönte Amerikanische Architekt und Designer Todd Ray folgt den Grundsätzen des HCD Herr Ray, warum braucht es den Terminus „Human Centered Design“? Eigentlich geht es bei der Gestaltung doch immer um den Menschen. Das sollte es zumindest. Aber Menschen sind eben nicht gleich, und Human Centered Design ist ein Aufruf an alle Designer, sich dieser Realität zu stellen. Wie stellen sie sich als Architekt denn selbst dieser Vielfalt, wenn sie neue Projekte angehen? Quantitativ geht es in einer ersten Phase darum, die Grundbedürfnisse und Wünsche der künftigen Nutzer klar zu erfassen. Qualitativ wollen wir immer eine sensorisch reichhaltige Architektur entwickeln – visuell, auditiv, haptisch, olfaktorisch, nach Möglichkeit sogar schmackhaft. Verschiedene Geschmäcker und Eigenschaften unserer Klienten dafür einzubeziehen, ist die Basis für all unser entwerferisches Handeln. Primäres Ziel unserer Architekturen ist, möglichst vielen Menschen die Navigation, das Verstehen und die Zugänglichkeit der Räume zu erleichtern. Das kann bedeuten, dass wir mit viel warmem Tageslicht arbeiten, um etwa taubstummen Menschen eine sichere Kommunikation mittels der Zeichensprache zu garantieren, ohne etwa von hartem Licht geblendet zu werden. Oder wir beziehen Echos ein, die bestimmte Materialien und Proportionen verstärken oder schwächen können, um blinden Menschen die Orientierung im Raum zu erleichtern. Ähnlich werden auch die Renovierungsarbeiten an der Gallaudet University durchgeführt, an denen sie als Architekt beteiligt sind. Das ist ein gutes Beispiel für erfolgreiches Human Centered Design, weil sich die Arbeiten speziell an den besonderen Bedürfnissen gehörloser oder gehörgeschädigter Studierender orientiert. Dabei wird Taubheit nicht als Behinderung begriffen – sondern als eine Kultur der vier anderen Sinne. Das hört sich nach richtigem Denksport an. Laufen sie bei so viel Theorie nicht Gefahr, das zu vernachlässigen, was für gutes Design unabdingbar ist? Sie meinen sicher die Attraktivität der Räume oder Produkte. Es ginge wohl zu weit, hier über die Frage zu sprechen, was Schönheit eigentlich ist. Fest steht aber, dass sich das Konzept der Schönheit historisch betrachtet in Korrespondenz mit Philosophie, Technologie und Wirtschaft ohnehin immer wieder verändert hat. Ich glaube, dass Schönheit gerade heute kein exklusives Ideal mehr ist oder sich allein über Oberfläche und Form definiert. Beim Human Centered Design geht es also eher um den Inhalt, um den Entstehungsprozess – und nicht nur um das hübsch gestaltete Produkt. Richtig. Die Welt ist doch voll von Gebäuden und Dingen, die einfach nicht funktionieren. Vom Schulgebäude bis zum Pizzaschneider. Das mögen alles schöne Sachen sein. Aber ich finde es richtig ärgerlich, wie oft Gestalter von den Nutzern erwarten, sich ihren Ideen anzupassen – statt sich umgekehrt intensiv mit den Nutzern auseinanderzusetzen, um ihnen etwas Funktionelles zu geben. Das im besten Fall noch richtig schön anzusehen ist.
- Unterwegs in anderen Welten
Sie reist in Kriegsgebiete oder dreht in Flüchtlingslagern, um denen eine Stimme zu geben, die sonst nicht gehört werden. Im neuen Werk der Deutschen Filmemacherin Lucy Martens geht es weitaus friedlicher zu: 12 Anführer Indigener Stämme erzählen, warum wir unsere Welt anders schätzen lernen sollten. Ein Treffen mit einer Frau, die verdient, gehört und gesehen zu werden © Tinko Czetwertynski Text: Andrea Richter Fotos: Anice Hoachlander, Hoachlander Davis Fotography Im siebten Stock des stilwerk Designcenters ist eine große Leinwand aufgebaut, erwartungsvolle Blicke richten sich auf die blonde Frau davor. Sie trägt legere Jeans, darüber ein schlichtes weißes Hemd, am Handgelenk silberne Armbänder. Das lange Haar umrahmt ihren strahlenden Blick. Sie lächelt, als sie das Publikum auffordert, den nachfolgenden Film mit dem Herzen zu sehen. Als Meditation. Einer der Zuschauer runzelt die Stirn. Lucy Martens hat für ihre Dokumentation „The Twelve“ zwölf Länder bereist, um dort die Ältesten Indigener Stämme nach dem Zustand unserer Erde zu befragen. Die Antworten, die sie von den „zwölf Weisen“ bekam, sind wenig überraschend, auch wenn wir sie vielleicht anders formulieren würden. Dass unsere Mutter Erde krank sei, dass sie leide unter unserer Gier, unserem Drang, die Natur immer weiter auszubeuten und damit in nächster Zukunft völlig zu zerstören. Der Film zeigt eindringliche Szenen von unberührter Natur, von Menschen mit bemalten Gesichtern und Federn im Ohr, von lachenden Kindern fernab von Smartphone und Playstation. Ein quasi-paradiesischer Zustand, der umso stärker wirkt, als er mit nur wenigen Bildern von vermüllten städtischen Brachen irgendwo in Südamerika kontrastiert wird. Ihr Werk sei durch Crowdfunding finanziert worden, erzählt die Dokumentarfilmerin, die „The Twelve“ im Rahmen einer Pre-Show-Tour bekannt machen will. Einen Verleih wird der Film nicht bekommen. Die in London lebende Filmemacherin hofft, dass die Botschaft der Indigenen so möglichst viele Menschen erreicht.Der irritierte Zuschauer von eben guckt nun gebannt auf die Leinwand, als die Kamera, verstärkt von eindringlichen Klaviertönen und Geigen die zwölf Weisen nach New York begleitet. 2017 zelebrierten sie im Gebäude der Vereinten Nationen, weitestgehend unbemerkt vom politischen Tagesgeschäft, ein Ritual, das durch Gesänge, Tänze und dem Verbrennen von Räucherwerk unsere Erde heilen soll. „The Twelve“ überrascht angesichts der Filmografie von Lucy Martens. Die 39-Jährige wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet für ihre intensiven Reportagen. Etwa „Women, War & Peace“, eine eisenharte, hochpolitische Arbeit über die Gewalt, der Frauen in bewaffneten Konflikten ausgesetzt sind. Oder die BBC-Dokumentation „Out oft the Ashes“ über das afghanische Cricket-Team, das aus den Flüchtlingslagern zur Weltmeisterschaft reist. Ein Film, der auf eine sehr realitätsnahe und gleichzeitig humorige Art Menschen zeigt, die versuchen, nach Jahren des Krieges zu einer Art Normalität zurückzufinden. In vielen ihrer Werke geht es um Brutalität und Gewalt, um bewaffnete Konflikte, Hunger und Tod. Die Entscheidung, Dokumentationen zu drehen habe sie getroffen, nachdem sie eine Reportage über die chinesischen Sterbezimmer gesehen hatte, erzählt Martens. Damals sei sie gerade 18 gewesen, kurz nach dem Abitur in Hamburg. Nach dem Film-Studium in London und drei Jahren in Dubai reiste sie für eine Arbeit über Friedensaktivisten nach Palästina, es folgten Produktionen für PBS in den USA, die BBC und Organisationen in Somalia oder Syrien. „The Twelve“ scheint eine radikale Abkehr von den grausamen Bildern der Krisenregionen zu sein, ein visueller Gegenentwurf zu unserer perspektivlosen Selbstzerstörung. Doch der Film betört nicht nur durch wunderschöne Bilder, er schürt auch die leise Hoffnung, es könne doch noch einen Ausweg aus der menschengemachten Katastrophe geben. Tief beeindruckt sei sie von der Spiritualität der Indigenen gewesen, berichtet die Filmemacherin, die Arbeit habe sie stark verändert, sie selbst sei dadurch offener geworden für die Natur und die Dinge jenseits von Himmel und Erde. Doch nicht jeder sei so empfänglich für spirituelle Ideen wie etwa die Kalifornier, erzählt sie. In Hamburg fragt ein jüngerer Mann im T-Shirt zaghaft, ob wir es uns nicht zu einfach machen würden, wenn wir glaubten, dass zwölf Naturvolk-Leader unseren Planeten retten könnten? Und eine ältere Dame erkundigt sich besorgt, ob die Medizinmänner und -frauen denn wenigstens Nachfolger hätten – sie seien ja alle schon etwas älter? Lucy Martens lächelt. Der Film, sagt sie, sei eine Aufforderung, bei sich selbst anzufangen und dadurch mitzuwirken an der Veränderung. Oben links: Ängste und Unsicherheiten kennt die Lucy Martens durchaus. "Aber eher im Privaten, niemals auf meinen Reisen" / Oben rechts: Beauty-Treatment der etwas anderen Art: Für ihre Arbeit lebte Martens zwei Monate lang bei indigenen Völkern / Unten links: Mit Kindern verbindet Lucy Martens die Neugier auf alles, was neu und unbekannt ist. / Unten rechts: Gut geerdet: Um sich zuhause zu fühlen, braucht die Filmemacherin nicht viel. Am wichtigsten: nette Leute um sich herum. „The Twelve“ ist ein eher leiser Film. Aber er hat eine große Intensität, nicht zuletzt, weil er uns die Intensität eines Lebens mit der Natur aufzeigt. Was bedeutet dir die Natur? Ich habe erst durch meine Arbeit wirklich verstanden, wie sehr wir mit der Natur verbunden sind und dass wir sie schützen müssen. Früher war Natur immer ein bisschen schwierig für mich – in der Stadt kann man sich ja sehr gut ablenken. Heute finde ich Ruhe in ihr. Du hast für eine Doku zwei Jahre mit Indigenen zusammengelebt. Wie war das? Wir waren bei den Lakota in South Dakota. Es ging um einen Medizinmann, der vor seinem Tod sein Wissen noch an die nächste Generation weitergeben wollte. Allerdings war er Alkoholiker und drogenabhängig und alle seine Kinder auch. Er hat etwa versucht, ihnen die Funktion der Schwitzhütte und bestimmte Lieder zu erklären. Und er wollte sie eigentlich noch auf einen Vision Quest schicken; das ist, wenn man bis zu vier Tage allein auf einem Berg sitzt und Visionen bekommt. Doch der Krebs war schneller. Der Film hieß „The Sacred and the Profane“, weil der Medizinmann auch diese profane Seite hatte – er war spirituell, aber aggressiv. Ein schwieriges Thema und auch sehr traurig. Ich wollte zeigen, dass den Indigenen nichts bleibt außer Alkohol, wenn man ihnen ihr Land wegnimmt und ihre Tradition. Das ist eine leise Form von Genozid. Du hast viele Filme in Krisenregionen gedreht, Afrika, Naher Osten, Afghanistan. Was zieht dich dort hin? Ich dachte, wenn ich Geschichten von dort erzähle, kann ich Brücken bauen und auf Konflikte und Ungerechtigkeiten in diesen Ländern aufmerksam machen. Ich wollte dorthin, um zu verstehen, was es bedeutet, in einem Kriegsgebiet zu leben. Gerade Afghanistan war wie auf dem Mond landen. Es war so weit weg damals, weil es kaum Internet gab. Insofern war es wie eine Befreiung – ganz weit weg zu sein von dem, was man kennt. Zu spüren, wieviel herzlicher und gastfreundlicher die Menschen dort sind und wie sehr die Familie geschätzt wird, fand ich berührend. Die Nachrichten sind immer sehr einseitig. Dokumentarfilme können Geschichten erzählen über Menschen, deren Stimme man nicht so oft hört. Was war die gefährlichste Situation, in der du je bei den Drehs warst? Als ich das erste Mal in Afghanistan war, wurden wir überfallen. Wir waren zu spät losgefahrenen und es dunkelte schon, als von allen Seiten bewaffnete Männer auftauchten. Zum Glück war das Licht im Auto kaputt und sie haben nur mein Portemonnaie und meinen Pass mitgenommen. Nachdem sie verschwunden waren, wollten wir schnell weg, aber das Auto ist liegen geblieben, und wir mussten zu Fuß weiter. Das war ein Schock. Ich habe in der Situation eigentlich nur abgeschaltet und mir gesagt, wir müssen da jetzt durch. Ein Bus mit einer Gruppe afghanischer Männer hat uns nach Kabul gebracht haben. Die deutsche Botschaft dort war nicht sehr hilfreich, weil ich kein Arbeitsvisum hatte. In dem Moment wollte ich nur noch zurück, aber später bin ich wieder hingefahren. Du wirkst sehr stark. Bist du jemand, der immer auf volles Risiko geht? Ja, ich mag Herausforderungen und gehe auch oft Risiken ein. Ich habe immer das Gefühl, das schon alles gut gehen wird. In London fahre ich meist ohne Helm und ohne Licht – ziemlich bescheuert. Und natürlich habe ich auch Ängste oder Unsicherheiten, die wir alle haben. Nur wenn es ums Reisen geht, habe ich wenig Angst. Du bist für deine Filme oft wochenlang im Ausland. Wie sieht dein Zuhause aus? Das verändert sich immer wieder. Zur Zeit lebe ich gerade in London bei einer Familie, die mich aufgenommen hat. Ich brauche nur ein Zimmer, wo ich die Tür zumachen und meine Ruhe haben kann. Und nette Menschen um mich herum. Für mich ist zu Hause, wo Freunde sind und wo ich gerade bin. Ich glaube, solange man keinen Lebenspartner oder Kinder hat, ist alles im Transit. Gibt es Dinge, die dich immer begleiten? Ich habe eine Playlist, die mich irgendwie erdet. Und immer etwas Smartes dabei für besondere Anlässe, eine Kette oder ein Kleidchen, das ich ins Gepäck stopfe. Aber eigentlich hänge ich nicht so sehr an Sachen, weil ich immer wahnsinnig viel verliere. Wie wichtig sind dir Besitz und Geld? Geld ist mir schon wichtig, weil es Freiheit bedeutet. Zurzeit arbeite ich mit der Le Ciel Foundation zusammen. Da wir eine ziemlich neue Organisation sind, müssen wir Fundraising betreiben. Wir haben uns jetzt zweieinhalb Jahre kein Gehalt ausgezahlt, arbeiten alle fulltime und machen nebenher Jobs, um zu überleben. Das war zeitweise sehr hart, aber auch eine interessante Erfahrung: total pleite zu sein und nachdenken zu müsen, was man wirklich braucht. Man lernt, Geld anders zu schätzen. Dok-Film ist ja auch kein Job, mit dem du reich wirst. Aber ich brauche nun einmal Geld, um mobil zu sein. Doch ich gewöhne mich allmählich daran, dass ich nicht überall mitmachen kann. Verzicht kann auch etwas Positives haben. Dein Film ist auch Kapitalismuskritik. Glaubst du, dass es eine Form von Konsum gibt, die uns weiterbringt, statt die Erde zu zerstören? Ich glaube, das Geld und Konsum nichts Schlechtes sind, wenn man bewusst konsumiert. Das Problem mit dem Kapitalismus ist, dass Leute, die Geld haben, immer mehr anhäufen, und andere gehen leer aus. Geld muss in Fluss sein. Ich glaube, dass Bewusstseinserweiterung das Wichtigste ist. Weil man dann auch sein Umfeld anders sieht und vielleicht anfängt, sein Konsumverhalten zu ändern und zu merken, dass man keine 14 Handtaschen braucht. Das A und O ist, dass wir bei uns selbst anfangen. Hast du Ziele für dein Leben? Ich möchte irgendwann bei mir angekommen sein, so weit, dass ich sagen kann, es ist ok, wer ich bin. Dann ist eh alles gut. Und ich möchte weiter an Projekten arbeiten, die etwas bewirken. Ich habe mittlerweile so viel gesehen, dass ich merke, es muss nicht immer die Reise nach außen sein; die Reise nach innen ist auch total spannend und wichtig.
- Über Orts-Veränderungen
stilwerk Magazin Kolumnist Bazon Brock schreibt über das Gespür für den besonderen Ort und wann diese Wirklichkeit werden. Text: Bazon Brock Seit Mitte des 18. Jahrhunderts ist die Orientierung des bildungswilligen Europäers auf den Instinkt für den genius loci (Gespür für den besonderen Ort) verpflichtend. Junge Adlige, Dichter und Maler, Heilsucher und Heilungsucher reisten durch den Kontinent, weil sie sich dem günstigsten Einfluss des Klimas, der „Gesteinsmacht“, der Strahlkraft von Licht und Landschaft und der authentischen Auftrittsorte „großer Geister“ aussetzen wollten. Und der günstigste erwartbare Effekt war, vom Geist des Ortes ergriffen und verändert zu werden. Heute nennt man das „Eintauchen in ein überwältigendes Erlebnis“ am fernen Sehnsuchtsort, dessen Magie man in Trink- und Massagekuren, erdmagnetischen Wanderungen, Badekulten, Atemübungen und Souvernir-Kauf habhaft werden könne. Mit dem Begriff „Exotik“ kennzeichnet der von Thomas Cook begründete Massentourismus die Erwartung von Wirkung des genius loci. Der Glaube an die Kraft der Ferne, den Tapetenwechsel, die magische Verwandlung am speziellen Ort ließ sich durch keinerlei kabarettistische Entzauberung, genannt Aufklärung, stören; selbst Kinderspott der Art „An diesem Ort herrscht ein besonderer Geist, der Nutzer in die Nacktheit beißt“ konnte durch die Gleichsetzung vom besonderem Ort als Lokus/Klosett und locus des Genies, des Geistes, der Spiritualität kaum beeinträchtigt werden. Im Gegenteil, die Geschichten über spukende Geister in Schlössern und Ruinen beflügelten die Erlebniserwartung. Gegenwärtig unterstützt man den Glauben an die Kraft des besonderen Ortes mit modernster Technologie. Selbst Einrichtungshäuser lassen das günstigste Feng Shui, die Raumharmonie, errechnen. Auspendler, Rutengänger, magnetismus-sensible Naturheilkundige beeinflussen die Einrichtung selbst von Sozialräumen in naturwissenschaftlichen Institutionen und Krankenhäusern der westlichen Medizinversorgung. Glaube und Wissen sind keine Gegensätze mehr, denn schließlich hat selbst Erwin Schrödinger, das Mathematikgenie des 20. Jahrhunderts, bekundet, Magie, also Placebos, wirke auch dann, wenn man nicht an sie glaubt. Ich nenne das die normative, also handlungsbestimmende Kraft des Kontrafaktischen, also des nicht objektiv Gegebenen oder Nachweisbaren. Kontrafakte sind eben Placebos. Zu ihnen gehört die Orientierung auf Gott oder Götter, auf kulturelle Identität, auf Rasse oder Blutreinheit, auf den Weltgeist oder Geist der Zeit. Offenbar gibt es sogar einen besonderen Ort, der für alle Menschen aller Zeiten gleich war und gleich ist und gleich bleibt. Dieser besondere Ort ist die Heimat. Man kann aus ihrem geografischen Ort vertrieben werden, er kann zerstört werden – an der Wirksamkeit der Macht der Heimat ändert das nichts, im Gegenteil. Dass Kontrafaktizität für alle Menschen das bedeutendstes Faktum ist, erkennt man durch den einfachen Hinweis, dass es Landschaften nicht gibt wie es Berge, Bäume, Büsche gibt, dass es Kunstwerke nicht gibt, wie es mit Farben versehene Leinwände oder bearbeitetes Holz, Metall oder Marmor „wirklich“ gibt. Denn was immer Menschen für wirklich halten, wird wirklich durch die Konsequenzen des Dafürhaltens. Das haben die angeblich der Rationalität verpflichteten Europäer vergessen und wundern sich über Gottsucherbanden wie Al-Qaida oder ISIS, über Lourdes-Pilger und evangelikale Massensuggestion, über Werbewirkung dümmster Sprüche oder Zukunftsversprechen geltungsgeiler Pseudo-Wissenschaftler, über Horoskope in der Tagespresse und Parteiversprechen. So geht der Kampf um die Heimaten, die Bewertung der Rasse, die Geburtsorte der Heiligen, der Führer und Genies munter weiter. Die Eroberung und Sicherung von heiligen Stätten, Historienfetischismus und Produktwerbung sind durch keinen Einspruch abzuwenden, höchstens abzuschwächen. Jeder Ort ist der besondere Ort, an dem sich das sozialpsychologische Grundgesetz als Thomas-Theorem beweist: „If men define situations as real, they are real in their consequences.“ Über Bazon Brock Bazon Brock bezeichnet sich gern als Denker im Dienst und Künstler ohne Werk. Er ist emeritierter Professor am Lehrstuhl für Ästhetik und Kulturvermittlung an der Bergischen Universität Wuppertal, darunter das Institut für Gerüchteverbreitung und eines für theoretische Kunst, das Labor für Universalpoesie und Prognostik, das Büro für Evidenzkritik, das Pathosinstitut Anderer Zustand und die Prophetenschule. Seit 2011 betreibt er die Denkerei / Amt für Arbeit an unlösbaren Problemen und Maßnahmen der hohen Hand mit Sitz in Berlin.
- Jetzt wird aufgeräumt!
Im Haus, am Strand, im Leben und Geist - die Welt ist im Clean-up-Wahn. Woher kommt die neue Entsorgungskultur, und was bringt sie mit sich? Ein geordneten Überblick mit einer aufgeräumten Hauptdarstellerin: Marie Kondo. Text: Silke Roth Es war Anfang des Jahres 2019, als eine Japanerin plötzlich beim Streaming-Dienst Netflix aufflackerte und ganz Deutschland in die Welt von „Aufräumen mit Marie Kondo“ holte. Auf den ersten Blick eine amerikanische Show, mit echten Menschen inszeniert, die den „Wir entrümpeln“-Effekt über acht Folgen durchspielt. Ratgeber-Sendungen mit prominenten Shopping-Coaches, Fitness-Trainern oder Schuldenberatern sind ein dankbares Format. Doch die Tipps der Ordnungskaiserin Marie Kondo flimmern nicht einfach als Entertainment über den Bildschirm. Die Serie wird zum Riesenerfolg: An nur wenigen Netflix-Usern gehen die Kondoschen Tipps zur Selbststrukturieung vorbei. An regnerischen Sonntagen beschließen nun Paare, Familien und Wohngemeinschaften, den heimischen Kleiderschrank von Grund auf neu zu sortierten. Marie Kondos Aufräumstrategie ist der Ordnungsratgeber, auf den Normalsterbliche anscheinend gewartet haben. Sie dringt genau zur richtigen Zeit in die dunklen Ecken des persönlichen Umfelds, die längst nicht mehr ohne fremde Hilfe zu bewältigen sind. Unschuldig und fast ein wenig schüchtern klopft Kondo in den einzelnen Folgen an die Türen von kalifornischen Haushalten. Sauber gebügeltes Outfit, euphorisch, warmherzig und stets eine Übersetzerin an der Seite. Ihre Mission ist einfach: erst ausmisten, dann aktiv und mit geordnetem Geist neue Wege gehen. Marie Kondo ist 34 Jahre alt und hat ihr Leben dem Chaos gewidmet. Weniger ihrem eigenen, das hatte sie bereits im Vorschulalter durchsortiert, nein, vielmehr dem von konsumgeplagten Amerikanern. Etwa einer Witwe, die es nach dem Tod ihres Mannes nicht übers Herz bringt, seine Sachen zu entrümpeln, gestressten Eltern, die ihre Beziehung und das Haus vernachlässigen, oder eines Künstlerpaares, das für den ersten Besuch der Schwiegereltern gewappnet sein möchte. Was schnell klar wird - Kondo räumt nicht nur materielle Dinge aus dem Weg. Psychologisch gräbt sie das Leben ihrer Kunden um, wühlt Konflikte auf, lässt Tränen zu und hilft. Wie sie das macht? Mit spielerischen, fast religiösen Ritualen. Beispielsweise einem Ruhemoment in dem man sich für das bedankt, was man besitzt. Für die schützenden Wände, die warmen Räumen, die Menschen, die darin leben, den Dienst, den das Kleidungsstück jeden Tag erbracht hat. Danke, ihr Socken, ihr Schuhe, du gute Haustür! Dann stellt sie klar: „Wir sortieren nicht nach Umgebung, sondern nach Kategorien.“ Phase eins betrifft die Kleidung, Phase zwei alle Bücher, Phase drei Küche, Bad und Garage, in Phase vier ist der Papierkram dran, und zuletzt geht es den sentimentalen Dingen an den Kragen. Alles muss schnell gehen: Zuerst wird ein großer Haufen gemacht, dann weggeschmissen. Sachen, die bleiben, bekommen einen ausgewählten Platz. Was in den Kleiderschrank zurück soll, wird mit Geduld und Selbstdisziplin nach spezieller Falttechnik aufgerollt. Danach wird alles so gestapelt, dass man glaubt, man baue einen Tempel, der in sich so stabil ist, dass er niemals wieder umfallen wird. Spätestens jetzt springt man als Zuschauer auf, reißt Schubladen heraus und probiert mit zu rollen – Hosen, Socken, T-Shirts, Erinnerungsstücke. Ihre „Konmari“-Methoden, hat die Japanerin längst zur Marke gemacht. Ihre Art, Überblick und Freude in der Ordnung zu sehen, lässt sie sich teuer bezahlen. Sie lebt nicht mehr in Japan, sondern mit zwei Kindern und Ehemann in Los Angeles. Sie schult Google-Mitarbeiter, bildet Clean-up-Coaches aus und verkaufte über sieben Millionen Bücher – übrigens in 27 Sprachen, auch wenn Kondo selbst nur Japanisch und gebrochenes Englisch spricht. Wer sich für den Unterbau des Manifests interessiert, findet Hinweise in der Netflix-Serie selbst. Ein Hauch Shintoismus weht hindurch, wenn sie Pullovern einen Geist zuspricht oder auf Bücher klopft, bevor sie entsorgt werden. Kondo selbst hat einige Jahre in einem Shinto-Schrein gearbeitet. Die japanische Religion könnte auch der Grund dafür sein, dass sie bei sentimentalen Stücken die wiederkehrende Frage stellt: „Does it spark joy?“ (zu Deutsch: „Spüren sie noch Herzklopfen oder ein bestimmtes Glücksgefühl“). Wenn der Gegenstand nichts auslöst, muss er gehen. Nach getaner Arbeit der Serien-Protagonisten sind die Müllsäcke voll und mancher Zuseher den Tränen nahe. In den USA spricht man mittlerweile sogar von einem Verb: " to kondo ". Klar Schiff machen und anschließend in der Leere glücklich sein. In einer US-Zeitschrift wurde Kondo als Zen-Version von Aristoteles beschrieben, weil sie das Glück zum Ziel des guten Leben erklärt. Doch warum passt die Sehnsucht nach dem Urzustand, den alten Werten, so gut in unsere Zeit? Warum ist Chaos der erklärte Feind? Weil die moderne Welt im Off- und Online-Modus ein nicht einsehbares Durcheinander ist. Wo früher vom kreativen Chaos gesprochen wurde, rümpfen Kreative heute die Stirn. In Agenturen dominiert die „Clean Desk Policy“. Abends wird der Schreibtisch sauber verlassen, persönliche Dinge haben hier nichts zu suchen. Kein Kaffeebecher, keine Fotogalerie, keine Handcreme. Apple-Store-Ästhetik ist das Maß aller Dinge. Nichts stört die geistigen und digitalen Ressourcen, um am nächsten Tag frische Ideen aufs Papier zu bringen. Im minimalistischen Schweden begegnet man der Disziplin einer Marie Kondo und der neuen Nüchternheit mit einem noch radikaleren Trend: „Death Cleaning“. Autorin Margareta Magnusson schrieb in ihren Ratgebern zum ersten Mal über das Ausmisten und Ordnen, als würde man morgen sterben. Nun ist Magnusson 85 Jahre alt und hat allein deshalb Grund, darüber nachzudenken. Doch in Skandinavien findet die Methode besonders bei Menschen unter 40 Zuspruch. Das schwedische Wort „Döstädning“ steht für eine Kombination aus den Wörtern „sterben“ und „Sauberkeit“. Ansammeln von Dingen in Schubladen ist verboten. Auch wenn es morbide klingt, berichten die meisten darüber, wieviel leichter und befreiter es sich nach Döstädning lebt. Links: Better Beach Alliance: Surflabel Reef und die internationale Surf—rider Foundation machen gemeinsame Sache. Statt Hang Loose säubern sie ihren Lieblingsspot auf Teneriffa / Rechts: Weniger ist mehr: „The Minimalists” alias Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus haben nach eigenen Angaben schon mehr als 20 Millionen Menschen geholfen, mit weniger Besitz viel glücklicher zu sein. Ihr Podcast „The minimalst“ zählt zu den beliebtesten im Bereich Gesundheit. Bewusster Verzicht und materielle Rückbesinnung sind also keine Altersfrage. Detox-Behandlungen, Clean-Eating-Gastronomie und die Verbannung von Plastik begegnen uns täglich. Milchprodukte, Fleisch und Strohhalme waren bis vor kurzem noch salonfähig. Heute lunchen Hipster in veganen Bistros, trinken Hafermilch und rühren ihren Gin Tonic mit essbaren Stäbchen. Wo früher wilde Strandpartys gefeiert wurden, sammelt man heute Plastikmüll ein. Beach Clubs waren gestern, man trifft sich diesen Sommer am Strand zu Clean-up-Aktionen. Wer seinen materiellen Besitz runterschraubt und Bedürfnisse auf das Mindeste reduziert, lebt im Luxus von morgen. Möchte man diese Entwicklung im großen Ganzen verstehen, rät es sich, sich wieder beim bekannten Streaming-Dienst umzusehen. Die Dokumentation „ Minimalism: A Documentary About the Important Things“ wurde bereits 2016 gedreht und beleuchtet einprägsam Gründe und Folgen des amerikanischen Konsumverhaltens. Mehr zu besitzen, galt als Gleichung für ein besseres Leben; Status, Karriere und Geld untermauern den amerikanischen Traum. Regisseur Matt D'Avella stellt die Theorie in Frage. Dafür begleitet er die beiden bekennenden Minimalisten Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus auf ihrer Reise durch die USA. Sie sind für ein Jahr auf Promotion-Tour mit ihrem Buch „Everything that remains“ (Alles, was bleibt) unterwegs – und natürlich wenig Gepäck. Während der Film zeigt, wie die beiden ihre Philosophie vor wenig Interessierten verbreiten, werden immer wieder harte Fakten eingestreut: Warum leben Industrienationen heute im größten Wohlstand und sind unzufriedener denn je? Warum bekommen wir nach acht Wochen ein schlechtes Gewissen, wenn wir uns nicht mit etwas Materiellem belohnen? Man erkennt schnell, wie sinnlos das Leben wird, wenn man sich an Besitz bindet. Nach einer Stunde und 19 Minuten möchte man als Zuschauer alles loswerden, was nicht glücklich macht. Ein großes Ziel für jeden Einzelnen, ein noch größeres für Amerika. Unwahrscheinlich bleibt es dennoch nicht. Sollte der amerikanische Traum in den nächsten Jahren umgeschrieben werden, nehmen sich Maria Kondo und ihre Übersetzer sich dem Phänomen sicherlich an. Aber zuerst muss jeder bei sich selbst wühlen. Die Ordnung der Dinge beginnt im Kleinen.
- #einefragedesdesigns Sabine Rabe
Sabine Rabe ist Inhaberin vom Hamburger Büro Rabe Landschaften | Arge Studio Urbane Landschaften - b. Bevor die Architektin bei unserem Netzwerkformat ReFraming Architecture zu Gast ist, haben wir mit ihr über Designlieblinge, neueste Projekte und kreative Orte gesprochen. „Wenn ich träumen darf, würde jede Straße ein Park werden.“ Dieses Zitat, das Sabine Rabe im Interview in der taz tageszeitung vom 27.01.2022 über die Umnutzung von kargen Straßenräumen zu lebendigen Orten äußerte, zeigt, wofür das Herz der Wahl-Hamburgerin schlägt: Grüne Räume, Pflanzen, Natur. Und das war schon immer so. Der Wunsch Flüsse zu renaturieren könnte schließlich als Initialzündung zu ihrem heutigen Beruf gedeutet werden, aber dazu später mehr. Zunächst zur Person: Nach ihrem Studium der Landschaftsarchitektur und Umweltplanung an der Leibniz Universität Hannover forschte Sabine Rabe mehrere Jahre über Freiraumplanung und gründete schließlich 2009 aus dem Büro Ohrt von Seggern + Partner heraus osp urbane landschaft. 2012 firmierte osp zu rabe landschaften um und Sabine Rabe steigt als Teilhaberin bei arge studio urbane landschaften -bildung bei Thomas Gäbel und Hille von Seggern ein. Das interdisziplinäre Team aus Landchaftsarchitekt:innen, Stadtplaner:innen und Architekt:innen gestaltet städtische und landschaftliche Räume – von kleineren Eingriffen über städtische Plätze und Wohnviertel bis hin zu urbanen und Flusslandschaften sowie regionalen Naturgebieten. Dabei besteht die zentrale Herausforderung stets darin, ästhetische, technische und ökologische Aspekte harmonisch in die Gestaltung der Lebensräume der Menschen zu integrieren. Initialzündung? Ich bin Landschaftsarchitektin und wollte Flüsse renaturieren. Liebstes Designstück? Enzi, man kann ihn in seiner ganzen Qualität nur im Museumsquartier in Wien erleben. Lieblingsplatz zu Hause? Der Balkon. Besser nicht. Kreativster Ort? Auf dem Rad und in der Bahn.... da hat man Zeit zu denken. Helden? Andre Dekker von Observatorium Rotterdam Stil? Drinnen ist wirklich nicht meins, das müssen andere machen. Lieblingsmaterial? Pflanzen. Markante Wohnorte? Auf einer Warft auf den Halligen. (siehe Website, Hallig Langeneß). Arbeitsplatz? Kreatives Chaos oder aufgeräumtes Genie ? Ewige Zettelwirtschaft...mal sehen, wann das Papier ausgeht. Inspiration? Was hat Sie zuletzt inspiriert? Die Rhumequelle. Neuheiten und Trends? Zeigen Sie uns Ihr jüngstes Projekt und verraten Sie uns, welches Trends für die Zukunft Sie prägen... "so grün wie möglich" - unser Entwurfskredo im Team.
- #einefragedesdesigns Johanna Reisch
Johanna Reisch arbeitet als Head of Department Landscape Nord beim international renommierten Architekturbüro Henning Larsen. Bevor die Landschaftsarchitektin bei unserem Netzwerkformat ReFraming Architecture zu Gast ist, haben wir mit ihr über Designlieblinge, neueste Projekte und kreative Orte gesprochen. Johanna Reisch leitet das Team Hamburg und Berlin, ist Landschaftsarchitektin und für die erfolgreiche Durchführung von Projekten verantwortlich. In Ihren 16 Jahren Berufserfahrung hat sie sich einen weitreichenden Wissens- und Erfahrungshorizont aufgebaut, der vom gestalterischen Konzept bis zur technischen Umsetzung reicht. Als Landschaftsarchitektin sieht sie es als besonders reizvolle Herausforderung, an der Schnittstelle von verschiedenenen Akteuren zu arbeiten und hier ästhetisch sowie sozial und ökologisch anspruchsvolle Orte zu schaffen. Ihre Expertise und ihre Erfahrungen ermöglichen eine ganzheitliche Betrachtung von Landschaftsarchitektur und Städtebau mit einer Herangehensweise, in der Planung und Ausführung nahtlos ineinandergreifen. Am 30. Mai ist sie zu Gast bei unserer Talkreihe ReFraming Architecture by stilwerk. Heute haben wir mit ihre über Lieblingsplätze, kreative Orte und ihre Stil gesprochen. Initialzündung? Ich bin Landschaftsarchitektin. Kunst und die kreative Fächer haben mich schon in de Schule interessiert, darüber hinaus war ich schon immer gerne in der Natur. Diese Mischung hat mich neugierig gemacht. Liebstes Designstück? Die Louis Poulsen Lampe, die ich auf dem Flohmarkt erstanden haben. Lieblingsplatz zu Hause? Aktuell definitiv der Balkon. Kreativster Ort? Der für mich der inspirierendste Ort ist unser Werkstattraum im Überlinger Ursprungsbüro, direkt am Bodensee. Hier sind Modelle und Wasserexperimente entstanden, die meine Arbeit bis heute nachhaltig prägen- jetzt in den Großraumbüros zwischen Hamburg und Berlin. Stil? Dänisch + Vintage. Lieblingsmaterial? Grünzeug. Markante Wohnorte? Ich habe zeitweise als sechstes Mitglied in einem 10qm großen Zimmer in einer generationsübergreifenden Männer-WG gelebt. Ich glaube hier wurden bereits meine Team Skills gefordert. Arbeitsplatz? Kreatives Chaos oder aufgeräumtes Genie - zeigen Sie uns Ihren Schreibtisch. Ich würde sagen: ´kreatives, strukturiertes Chaos". Die clean desk policy funktioniert bei mir leider überhaupt nicht. Charakterstück? In dem fast fertig gestellten Bochum Ostpark steckt vieles drin. Hier durfte ich einen neuen sozialen Ort für die städtischen Anwohner:innen mitgestalten. Der neue Raum gliedert sich entlang einem mit Regenwasser gespeisten Wasserlauf, der attraktiver Aufenthaltsort und Infrastrukturelement zugleich darstellt. Die Planungen von Henning Larsen für den Bochumer Ostpark. Inspiration? Was hat Sie zuletzt inspiriert? Vielleicht haben Sie einen Schnappschuss gemacht... Die gerade aktuelle Ausstellung in den Deichtorhallen SURVIVAL IN THE 21st CENTURY , die Denkanstöße für das zukünftige Zusammenleben gibt. Darüber hinaus hat mich bei meiner letzten Reise auf die Kap Verde, die Handwerkskunst des Trockenmauerbaus sehr fasziniert. Oben v.l.n.r.: Yalda Afsah, Videourle (Filmstill), 2019 © Yalda Afsah Copyright: © Yalda Afsah | Installationsansicht »Survival in the 21st Century«, 2024 mit Werken von James Bridle (vorne) und Edith Dekyndt (hinten) © Deichtorhallen Hamburg, Foto: Henning Rogge Copyright: © Deichtorhallen Hamburg, Foto: Henning Rogge / Unten v.l.n.r.: Abbas Akhavan, curtain call, variations on a folly (2021–), Installationsansicht »Survival in the 21st Century«, Deichtorhallen Hamburg, 2024 © Deichtorhallen Hamburg, Foto: Henning Rogge Copyright: © Deichtorhallen Hamburg, Foto: Henning Rogge | Installationsansicht »Survival in the 21st Century«, 2024 mit Werken von Charles Stankievech (vorne) und Thomas Struth (hinten) © Deichtorhallen Hamburg, Foto: Henning Rogge Copyright: © Deichtorhallen Hamburg, Foto: Henning Rogge Trockenmauerwerk in Cap Verde Dauerbrenner? Designikone, Song, Buch oder Film - zeigen Sie uns Ihren absoluten Klassiker. Salt-N-Pepa - Push it Neuheiten und Trends? Zeigen Sie uns Ihr jüngstes Projekt und verraten Sie uns, welches Trends für die Zukunft Sie prägen... In einer Gestaltung einer Parkanlage in Bremen, entwickeln wir aktuell ein Gestaltungskonzept indem Tiny Forrest eine wesentlich Rolle spielen werden. Diese bilden nicht nur für Biodiversität und das Mikroklima einen Beitrag sondern sind auch identitätsstiftender Baustein für dir Anwohner. In einer gemeinsamen Pflanzaktion wird der Austausch unter den Anwohner und das Bewusstsein für die Natur gefördert. Darüber hinaus begegnet uns immer wieder das Thema der belasteten Böden im Stadtraum. Ein intelligenter Umgang hiermit halte ich für wesentlich in vielen zukünftigen Projekten.
- Grünzeug mit Botschaft
Wenn das Gemüse von den Stillleben berühmter Maler auf einmal in Plastikfolie verpackt ist, steckt bestimmt das Architektur-Kollektiv Quatre Caps dahinter. Doch mehr als der Spaß zählt hier die Message. Die malerischen Landschaften der Blue Ridge Mountains © Visit VBR Text von Annika Thomé Von weitem sieht es aus wie ein Monet. Von nahem ist es eher ein „Monet remastered“. Das Obst, das bei dem Impressionismus-Meister lose auf dem Tisch lag, ist nämlich in Plastik konserviert. Tomaten in kleinen Eimerchen, Trauben in rechteckigen Kunststoffschalen, Äpfel in Folie: Für die Fotostrecke „Not longer life“ hat die spanische Architektengruppe Quatre Caps historische Gemälde nachgestellt und in unsere Zeit gebeamt. „Die Idee dazu kam uns im Supermarkt, als wir irritiert vor dem Fertigobst standen. Geschälte und dann wieder verpackte Orangen? Absurd, Orangen haben doch von Natur aus die perfekte Verpackung!“, empört sich Bernat Ivars, einer der kreativen Köpfe aus Valencia. „Es ist erschreckend – im Supermarkt fällt uns der ganze Plastikmüll gar nicht mehr auf. Aber an den berühmten Kunstwerken schon. Es hat beinahe etwas Komisches, die Klassiker so zu sehen.“ So baumelt auf Juan Sánchez Cotáns „Stillleben mit Quitte, Kohl, Melone und Gurke“ jetzt ein eingeschweißter Kohl vom Holzgestell, im Obstkorb von Caravaggio liegen kleine gelbe Plastikflaschen mit Zitronensaft anstelle echter Zitronen. Und überall Folie, Südfrüchte in Schaumstoffnetzen, Strohhalme, Einwegbesteck, Sixpack-Träger.... Die überarbeiteten Gemälde sprechen für sich – und unseren wahnwitzigen Plastikkonsum. Allein in der EU werden für Essen und Getränke jedes Jahr 1,1 Billionen Verpackungen hergestellt. Die meisten von ihnen bräuchten 600 Jahre, um sich zu zersetzen. Spitzenreiter ist übrigens Coca-Cola; der Mega-Konzern produziert 88 Milliarden Einwegflaschen im Jahr. Aneinandergereiht würden sie 31-mal zum Mond und zurück reichen. „Das sind Themen, die uns interessieren und angesprochen werden müssen“, findet Ivars. Ob die Architekten die Verpackungen nach dem Fotografieren der Kampagne auch sachgemäß entsorgt haben? „Es gab nichts zu recyceln. Die Bilder sind 3D, die Verpackungen am Computer entstanden. Das ist ja das, was wir eigentlich machen – 3D-Visualisierung für Interior-Designer und Architekten.“ Aber einmal fotogrammetrisch festgehalten, haben die Jungs das Obst und Gemüse natürlich ganz einfach analog aufgegessen. Quatrecaps.com Fotos: © Quatrecaps











